Friedrich von Logau: Des Krieges Buchstaben

Kummer, der das Mark verzehret, Raub, der Hab und Gut verheeret, Jammer, der den Sinn verkehret, Elend, das den Leib beschweret, Grausamkeit, die Unrecht fähret, Sind die Frucht, die Krieg gewähret. geschrieben um 1650 Friedrich von Logau (1604 – 1655) Vor 2 Wochen, an...
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Johann Gottfried von Herder: An die Winterbäume

Gute Bäume, die ihr die starr entblätterten Arme Reckt zum Himmel und fleht wieder den Frühling herab! Ach, ihr müßt noch harren, ihr armen Söhne der Erde, Manche stürmische Nacht, manchen erstarrenden Tag! Aber dann kommt wieder die Sonne mit dem grünenden Frühling Euch; nur...
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Richard Dehmel: Winterwärme

Mit brennenden Lippen, unter eisblauem Himmel, durch den glitzernden Morgen hin, in meinem Garten, hauch ich, kalte Sonne, dir ein Lied. Alle Bäume scheinen zu blühen; von den reifrauhen Zweigen streift dein Frühwind schimmernde Flöckchen nieder, gleichsam Frühlingsblendwerk;...
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Rainer Maria Rilke: Ende des Herbstes

Ich sehe seit einer Zeit, wie alles sich verwandelt. Etwas steht auf und handelt und tötet und tut Leid. Von Mal zu Mal sind all die Gärten nicht dieselben; von den gilbenden zu der gelben langsamem Verfall: wie war der Weg mir weit. Jetzt bin ich bei den leeren und schaue durch...
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Herbstfarben

Christian Friedrich Hebbel: Dies ist ein Herbsttag….

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah! Die Luft ist still, als atmete man kaum, Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah, Die schönsten Früchte ab von jedem Baum. O stört sie nicht, die Feier der Natur! Dies ist die Lese, die sie selber hält, Denn heute löst sich von den...
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Eduard Mörike: Septembermorgen

  Im Nebel ruhet noch die Welt, Noch träumen Wald und Wiesen: Bald siehst du, wenn der Schleier fällt, Den blauen Himmel unverstellt, Herbstkräftig die gedämpfte Welt In warmem Golde fließen. Eduard Mörike (1804-1875) Ich finde es einfach immer wieder schön, wie es Eduar...
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Friedrich Rückert: Die fünf Ursachen. Nach dem Lateinischen

  Man kann, wenn wir es überlegen, Wein trinken fünf Ursachen wegen: Einmal um eines Festtags willen, sodann vorhandenen Durst zu stillen, Ingleichen künftigen abzuwehren, Ferner dem guten Wein zu Ehren, Und endlich um jeder Ursach willen. Friedrich Rückert (1788 –...
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Wurmlinger Kapelle

Ludwig Uhland: Die Kapelle

  Droben stehet die Kapelle, Schauet still ins Tal hinab, Drunten singt bei Wies und Quelle Froh und hell der Hirtenknab. Traurig tönt das Glöcklein nieder, Schauerlich der Leichenchor; Stille sind die frohen Lieder, Und der Knabe lauscht empor. Droben bringt man sie zu...
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Wilhelm Busch: Sei mir gegrüßt, du lieber Mai

Sei mir gegrüßt, du lieber Mai, mit Laub und Blüten mancherlei! Seid mir gegrüßt, ihr lieben Bienen, vom Morgensonnenstrahl beschienen! Wie fliegt ihr munter ein und aus in Imker Dralles Bienenhaus und seid zu dieser Morgenzeit so früh schon voller Tätigkeit. Für Diebe ist hier...
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Joseph von Eichendorff: Der Abend

  Schweigt der Menschen laute Lust: Rauscht die Erde wie in Träumen wunderbar mit allen Bäumen, was dem Herzen kaum bewusst, alte Zeiten, linde Trauer, und es schweifen leise Schauer wetterleuchtend durch die Brust. Joseph von Eichendorff (1788 – 1857) Dieser Februar...
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