472 S.
ISBN 9783596297139
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Heimatjahre (TB)

€ 13,00Versandkostenfrei
€ 13,99
Beschreibung

Felix Huby kennen wir vor allem als den Schöpfer des Kommissar Bienzle und als Drehbuchautor. Nachdem ich nun den dritten Teil seiner autobiographischen Romantrilogie Spiegeljahre gelesen habe, schaute ich auch gerne noch einmal in diesen ersten Teil rein. Sein Titel „Heimatjahre“ ist Programm, denn es handelt sich um einen Heimatroman im besten Sinne des Wortes!

Der Inhalt

Auf knapp 500 Seiten beschreibt der Autor ein Stück deutsche Nachkriegsgeschichte in einem schwäbischen Dorf nahe Tübingen. Dass es sich um Dettenhausen, den Heimatort von Felix Huby handelt, ist klar – ebenso wie die Tatsache, daß es sich hier um einen autobiographisch geprägten Roman handelt. Differenziert wird von der Familie Ebinger erzählt: Der Vater, der überzeugter Nazi war und erkennen muss, daß er einen Irrweg eingeschlagen hat, seine Frau und die Kinder, die seine Haltung nie nachvollziehen konnten. Nebenbei entfaltet sich das Panorama eines ganzen Dorfes, dessen Bewohner  ganz unterschiedlich durch die Kriegs- und Nachkriegsjahre kommen.

Meine Meinung

Es sind viele Geschichten in der Geschichte, die Felix Huby erzählt: Das Schicksal der Flüchtlingsfamilie aus Schlesien, die junge Frau, die nicht weiß, ob ihr Mann die Schlacht bei Stalingrad überlebt hat, der Heimkehrer aus russischer Gefangenschaft, dem es kaum gelingen will, über seine schrecklichen Erlebnisse zu sprechen. Aber auch von dem findigen Holzhändler, der seine Chance nutzt und ein erfolgreiches Geschäftsmodell entwickelt und natürlich die Geschichte des Dorflehrers, der nach längerer Internierungshaft darum kämpfen muss, wieder als Lehrer arbeiten zu dürfen.

Mit der Zeit rückt dann das Leben des jungen Christian Ebinger, dem Alter Ego von Felix Huby, immer mehr in den Mittelpunkt. Schon früh erkennt er seine journalistische Begabung und verfolgt beharrlich seinen Weg.

„Ich wollte eine Geschichte schreiben, die wie ein großer Strom dahin fließt“ sagt Felix Huby in einem Interview. Das trifft den Nagel auf den Kopf! Ich war sofort „drin“ in der Geschichte und die vielen Seiten waren ein tolles Schmökererlebnis. Mir hat dabei besonders gut gefallen, daß der Autor nicht in schwarz-weiß-Malerei verfällt, sondern die Menschen, von denen er erzählt mit ihren guten und ihren weniger guten Seiten beschreibt – so, wie es im Leben eben meistens ist.

Fazit: Wer sich für ein Stück deutscher Nachkriegsgeschichte in unserer Region interessiert, sollte diesen Roman unbedingt lesen!

Hier können Sie einen Blick in’s Buch werfen

SWR Leute sprach mit Felix Huby anlässlich des Erscheinens seines Romans. Das Gespräch kann hier nachgehört oder heruntergladen werden (30:13 Minuten)

Wenn Sie das Buch lesen möchten, können Sie es in den beiden Vaihinger Buchhandlungen buch+musik oder Vaihinger Buchladen bestellen oder herunterladen. Die Links führen direkt in die jeweiligen Webshops.

Mit diesem Buch verbindet mich nicht nur ein spannendes Leseerlebnis, sondern auch die Erinnerung an eine schöne Veranstaltung der Schiller Buchhandlung: Am 1.10.2014 war Felix Huby zu Gast bei uns in Vaihingen. Einen Bericht über die damalige Gemeinschaftsveranstaltung unserer Buchhandlung mit dem Paritätischen Mehrgenerationenzentrum finden Sie hier

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Susanne Martin
Über die Autorin/den Autor
war die Chefin der Schiller Buchhandlung und verantwortlich dafür, daß der Laden lief. Ihre Hauptaufgaben waren neben dem Verkauf die Betreuung der Website und der Social Media Aktivitäten, die Organisation der Veranstaltungen, der Wareneinkauf und die Oberhoheit über die Zahlen. Nach der Schließung der Buchhandlung im Februar 2018 hat sie die Webseite der Buchhandlung in diesen Blog umgewandelt. Sie liest weiter und berichtet über ihre Bucherlebnisse hier.