221 S.
ISBN 9783608962642
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Fünf Tage im Mai

€ 20,00Versandkostenfrei
€ 15,99
Beschreibung

Ich hatte wieder einmal Glück bei einer Buchverlosung von Lovely Books. Ich beteilige mich dort hin und wieder an der Verlosung von Freieexemplaren, wenn mich etwas interessiert. Immer wieder stoße ich so auf Bücher, die ich sonst nicht unbedingt gelesen hätte.  Hier war es neben dem Thema auch die Tatsache, daß der Roman und Tirol spielt, wo meine Familie ja ein Ferienhaus hat.

Der Inhalt

Über 18 Jahre begeleiten wir Illy, die, wie sie uns gleich auf den ersten Seiten des Buches wissen lässt, „seltsamste Mädchen ist, das je die Erstkommunion bekommen wird.“ Diese Erstkommunion geht denn auch gründlich schief, denn vor der Weihung fallen Illy alle ihre Sünden ein und ihr wird schlecht. Draußen vor der Kirche sitzt ihr Urgroßvater, den sie Tat’ka nennt und der nicht rechtzeitig zum Gottesdienst erschien, weil er sein Gebiß nicht gefunden hat, und beruhigt sie. Er ist Illys Vertrauter und in seiner Fassbinder – Werkstatt fühlt sie sich geborgen. Tat’ka spricht mit ihr über die untergegegangene Kaiserzeit und sein Handwerk, das er als einer der letzten in Tirol noch ausübt, Illy wiederum macht in seiner Werkstatt ihre Hausaufgaben und teilt mit ihm ihre Sorgen und Geheimnisse. Mit ihm entdeckt sie in ihrem Atlas auch den Namenszug von Tristan, in den sie sich zehn Jahre später leidenschaftlich verliebt. Tat’ka ist der erste, der das bemerkt und der ihr auch am Ende des Buches noch einmal einen Weg weist, als diese Liebe tragisch endet.

Meine Meinung

Dieser Coming of Age Roman hat mir sehr gut gefallen. In 5 Kapiteln erzählt Illy von 5 Maitagen, die wichtige Stationen in ihrem jungen Leben waren. Im Mittelpunkt steht die zutiefst vertrauensvolle Beziehung zu ihrem Uropa, einem kantigen alten Mann, dem ältesten Bewohner der Dorfes. Er hat viel Verständnis für das aufgeweckte Mädchen, das sich seine eigenen Gedanken über die Welt macht. Die Dialoge zwischen den beiden strahlen viel Herzenswärme und Zuneigung aus, die Sprache ist frisch und erzeugt immer wieder eine besondere Stimmung, die manchmal eingestreuten Dialektausdrücke fügen sich nahtlos ein.  Aber auch der gewählte Rahmen – zwischen den einzelnen Episoden liegen oft mehrere Jahre – hat mich sehr angesprochen.

Tat’ka und Illy – das sind die Hauptpersonen und ihnen kommen wir wirklich nahe. Die anderen Figuren, die das Buch bevölkern, Illys Eltern, ihr Jugendfreund Markus, ja selbst Tristan, Illys große, schwierige Liebe bleiben mehr oder weniger Randfiguren. Das kann man kritisieren – mir hat gerade das gefallen: Nur durch die Konzentration auf die Beziehung zwischen einer jungen Frau und ihrem Urgroßvater ist es Elisabeth R. Hager gelungen, diese so dicht, herzerwärmend und glaubwürdig darzustellen.

Daß das Buch nur wenige Kilometer entfernt von unserem Haus angesiedelt ist, war ein besonderes Bonbon für mich und hat natürlich meine Freude an der Lektüre noch gesteigert. Ich bin sehr gerne mit Illy und Tat’ka in der Gegend am Kitzbüheler Horn oder am Fuß des Wilden Kaiser unterwegs gewesen.

Fazit: Ein schönes, lesenswertes kleines Buch, das zeigt, wie bereichernd eine gelungene Beziehung zwischen zwei Menschen sein kann, die von ganz unterschiedlichen Zeiten geprägt wurden.

Wenn Sie Lust bekommen haben, das Buch zu lesen, können Sie es in den beiden Vaihinger Buchhandlungen buch+musik oder Vaihinger Buchladen bestellen oder herunterladen. Die Links führen in die jeweiligen Webshops.

Hier können Sie in’s Buch reinlesen

Eine Besprechung von NDR.de können Sie hier lesen

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Susanne Martin
Über die Autorin/den Autor
war die Chefin der Schiller Buchhandlung und verantwortlich dafür, daß der Laden lief. Ihre Hauptaufgaben waren neben dem Verkauf die Betreuung der Website und der Social Media Aktivitäten, die Organisation der Veranstaltungen, der Wareneinkauf und die Oberhoheit über die Zahlen. Nach der Schließung der Buchhandlung im Februar 2018 hat sie die Webseite der Buchhandlung in diesen Blog umgewandelt. Sie liest weiter und berichtet über ihre Bucherlebnisse hier.