Nur zufällig entdeckte ich bei einem Besuch des Planetariums den Hinweis auf die Aufführung eines Dokumentarfilms über Apollo 11. Regelmäßige Leser:innen meines Blogs wissen schon, dass ich mich in meiner Jugend für Raumfahrt interessiere und dass ich natürlich (wie viele andere auch) die Apollomissionen, insbesondere die Mondflüge, begeistert verfolgt habe. So war es für mich ein MUSS, mir diese hochgelobte Dokumentation anzusehen.

Und ich war begeistert. Denn, das erläuterte ein Mitarbeiter des Planetariums in seiner Einführung zum Film, hier bekommt man nicht das unscharfe, grisselige Material zu sehen, das man in Erinnerung hat (oder auf Youtube anschauen kann), sondern gestochen scharfe Aufnahmen.

Die NASA hatte damals sehr vorausschauend dafür gesorgt, dass professionelle Dokumentarfilmer die Mission begleiteten – natürlich nur auf der Erde, denn in der Apollokapsel saßen bekanntlich nur die 3 Astronauten Neil Armstrong, Edwin Aldrin und Michael Collins. Aber die Dokumentarfilmer begleiteten die Mission auf der Erde und filmten in den Start und Landezentren, waren bei der Fahrt der Rakete auf dem riesigen Transporter zum Startplatz dabei und fingen die Atmosphäre unter den zehntausenden Zuschauere:innen ein, die sich in Florida eingefunden hatten, um den Start der Satrurn V live mitzuerleben. Das alles bannten sie auf die bestauflösenden 16, 35 und 65 mm – Formate. Aus verschiedenen Gründen (unter anderem, weil die Sponsoren absprangen) kam dieses Material jedoch nie zur Aufführung. Regisseur Todd Douglas Miller entdeckte das Material in einem Archiv, hat mit einem Team die Filmrollen gesichtet und eine Auswahl im Format 70 mm digitalisiert. Dieses Material unterlegte er mit originalen Audio – Aufnahmen der NASA. Sehr gelungen auch die musikalische Untermalung: Komponist Matt Morton verwendete für die Aufnahme Synthesizerinstrumente aus den 60er Jahren.

Der Film geht gut 1 1/2 Stunden und ist keine Sekunde langweilig. Mich hat beeindruckt, die es dem Regisseur gelungen ist, mit filmischen Mitteln, ohne jeden nachträglichen Kommentar, eine große Spannung zu erzeugen. Das finde ich deshalb bemerkenswert, weil ja hinreichend bekannt ist, dass dieses Unternehmen gut ausgegangen ist. Geschickt werden immer wieder Grafiken eingeblendet, die erläutern, an welcher Stelle der Mission man sich gerade befindet und beim Landeanflug auf die Mondoberfläche wird, neben den Filmaufnahmen, auch eingeblendet, wieviel Treibstoff noch bleibt (es war sehr knapp) und ein Daueralarm, der jedoch als Fehler eingeordnet wurde. Natürlich sind die auf der Erde gedrehten Aufnahmen technisch noch besser, aber auch die Aufnahmen auf der Mondoberfläche oder in der Raumkapsel sind qualitativ viel besser als das, was wir bislang zu sehen bekamen.

Der Film punktet außerdem damit, dass er die Atmosphäre der damaligen Zeit ohne viele Worte, sondern nur mit Bildern, einfängt, so dass die Faszination an diesem halsbrecherischen Unternehmen immer noch wirkt. Mich überraschte übrigens auch, wie jung die Astronauten damals waren – klar, als Jugendliche kamen sie mir damals natürlich eher alt vor. Aber auch die Männer (und eine Frau!) in den Kontrollzentren waren teilweise wirklich noch sehr jung.

Fazit: Eine sehr gelungene Dokumentation, die mich begeistert hat. Nicht nur wegen der Qualität der Aufnahmen, sondern vor allem deshalb, weil hier filmisch und dramaturgisch einfach alles stimmt!

Auf der Website des Films gibt es einen Trailer, der Ihnen einen kleinen Eindruck verschaffen kann, Sie können ihn hier anschauen

Natürlich schaut man sich diesem Film am besten im Kino an, aber er läuft nur noch selten. Sie können ihn auf den einschlägigen Plattformen jedoch auch streamen oder als DVD erwerben.