Ted Garner, der Profiler aus Kanada ist zurück. Inzwischen ist er jedoch nicht mehr Profiler, sondern arbeitet in seiner eigenen psychotherapeutischen Praxis als Paarberater. Aber eines Tages steht sein ehemaliger Chef vor ihm und bittet ihn um Hilfe in einen grausamen Mordfall: Eine Mutter und zwei ihrer Kindern wurden brutal ermordet, der Vater und das jüngste Kind entführt, kurz danach wird ein Lösegeld verlangt. Die Übergabe des Geldes endet in einem Desaster und Garner bleibt nichts anderes übrig, als den Spuren zu folgen, die in die Reservate der First Nations führt. Er und sein Kollege scheinen mit einem jungen Indigenen, der erst kurz zuvor aus der Haft entlassen wurde, den Täter rasch gefunden zu haben. Aber dann nimmt der Fall eine tragische Wendung und Garner wird mit seinen Vorurteilen konfrontiert und erkennt, dass er noch einmal ganz neu denken muss.
Frauke Buchholz ist erneut ein vorzüglicher Krimi gelungen! Er ist nicht nur spannend und voller überraschender Wendungen, sondern er entführt seine Leserschaft auch wie schon in den Vorgängerbänden tief in die kanadische Wildnis. Die Natur ist hier nicht nur ein nettes Hintergrundsetting, sondern die Beschreibungen der kanadischen Wildnis sind auch ein wichtiges Spannungselement in diesem Krimi. Man merkt, dass Frauke Buchholz sich intensiv mit den indigenen Kanadier:innen beschäftigt hat, auch wissenschaftlich. Sie promovierte über indigene Literatur und lebte auch einige Zeit in einem Reservat der Cree. So lernte sie nicht nur die Lebensweise und Bräuche der Indigenen kennen, sondern auch den strukturellen Rassismus, dem sie in Kanada noch immer ausgesetzt sind.
Auch Ted Garner ist voller Vorurteile, die bei den Ermittlungen zu einem schweren Fehler führen. Er ist zudem noch immer traumatisiert aus einem früheren Fall und schwankt beständig zwischen seinem Ehrgeiz, sich als Profiler zu beweisen und dem Gefühl, für seine Familie ein ruhigeres Leben führen zu müssen. Und so sieht es danach aus, als ob das der letzte Krimi wäre, den wir mit ihm als Hauptfigur lesen – im Titel „Endzeit“ ist das bereits angedeutet. Das ist einerseits schade, aber andererseits eröffnet es auch die Möglichkeit für die Autorin, mit neuen Figuren dieses oder andere Themen zu spannenden Krimis zu verarbeiten. Darauf bin sicher nicht nur ich gespannt!
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Der Pendragon Verlag hat mir freundlicherweise ein Leseexemplar des Titels zur Verfügung gestellt – herzlichen Dank!