Wenn wir in einer Stadt unterwegs sind, gehört neben dem Besuch der wichtigen Sehenswürdigkeiten immer auch dazu, Buchhandlungen zu besuchen – meist mit fatalen Folgen für unseren Geldbeutel…. So auch in St. Gallen: Nach der Besichtigung der eindrucksvollen Stiftsbibliothek stolperten wir in die nahegelegene Buchhandlung, in der wir (unter anderem) diesen Krimi entdeckten.

Als im Nachlass eines Grafen in der Toskana eine mittelalterliche Handschrift entdeckt wird, die einen unschätzbaren Wert besitzt, nimmt der Nachlassverwalter Kontakt zur St. Galler Stiftsbibliothek auf, denn die Handschrift stammt aus deren Bestand. Pikanterweise hat man dort deren Verschwinden noch gar nicht bemerkt. Wie kam die Handschrift nach Italien? Und warum findet man wenige Tage später nach dem Entdecken des Verschwindens den stellvertetenden Bibliothekar erhängt im Barocksaal der Bibiothek?

Der St. Galler Chef der Kriminalpolizei Robert Keller überträgt die Ermittlungen seiner Mitarbeiterin Hannah, die auch persönliche Beziehungen in die Bibliothek hat: Ihre beste Freundin war einige Zeit mit dem Toten liiert. Liegt hier ein Selbstmord aus enttäuschter Liebe vor oder wurde er ermordet? Könnte es sein, dass der Tod des Bibliothekars und das Verschwinden des Manuskriptes zusammenhängen?

Ich habe diesen Krimi vor allem nicht nur deshalb gerne gelesen, weil ich die Bibliothek kurz vorher besucht hatte und so die Räumlichkeiten vor meinem inneren Auge sah. Mir gefiel er auch deshalb, weil er tief eintaucht in die Arbeitsweise von Bibliotheken, die im Besitz von Handschriften, Büchern und Manuskripten sind, die von immensem Wert sind. Wie kann es passieren, dass das Verschwinden solcher Manuskripte nicht bemerkt wird? Natürlich werden regelmäíg die Bestände überprüft, allerdings in der Regel nur stichprobeartig, denn wenn Bibliotheken tausende, wenn nicht gar zehntausende Objekte im Bestand haben, geht das gar nicht anders. Luca Diporretta führt seine Leserschaft in einen Schwarzmarkt, in dem auf raffinierte Weise ein lukrativer Handel mit antiken Büchern und Handschriften entstanden ist. Ob es denn nun Selbstmord oder Mord war und wie das Manuskript auf den Schwarzmarkt gelangte, das sei hier natürlich nicht verraten.

Wer hier einen raffinierten oder sprachlich herausragenden Krimi erwartet, wird sicher nicht zufrieden sein, dazu war manches dann doch etwas zu durchsichtig. Aber wer sich für die Welt der Bücher und auch der Bibliothekswelt interessiert, so wie ich, der wird darüber großzügig hinwegsehen und gerne eintauchen in die Welt der Buchraritäten. 

Wenn Sie Lust bekommen haben, das Buch zu lesen, können Sie es im Vaihinger Buchladen bestellen oder herunterladen. Der Link führt direkt zum Titel im Webshop.

Eine Leseprobe finden Sie hier