272 S.
EAN 9783866486744
ISBN 9783866486744
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Der Holländer

Beschreibung

Eine Woche Urlaub in Norddeutschland war der Anlass, mich auf die Suche nach passender Literatur zu begeben, die auch für eine lange Bahnfahrt geeignet ist – sprich spannend und unterhaltend ist. Im Vaihinger Buchladen wurde mir dieser (Kriminal)Roman empfohlen, der wunderbar zum meinem Ziel passte.

Der Inhalt

Der Verlag beschreibt den Inhalt so: “Es soll eine ruhige Fahrt übers Wattenmeer für Geeske Dobbenga werden, die letzte vor ihrer Pensionierung beim niederländischen Grenzschutz. Doch in der Emsmündung stößt ihr Patrouillenboot auf eine Leiche. Bevor die Flut sie wegträgt, bringen Geeske und ihre Mannschaft sie nach Delfzijl in den Niederlanden. Damit beginnen die Probleme: Der Tote war Deutscher, und sein Fundort liegt in umstrittenem Grenzgebiet. Während der Streit um die Zuständigkeit beiderseits der Grenze eskaliert und die Fragen rund um den toten Wattwanderer sich häufen, schickt die Bundespolizei See in Cuxhaven heimlich einen Ermittler nach Delfzijl: Liewe Cupido, gebürtiger Deutscher, aber auf der niederländischen Insel Texel aufgewachsen. Seine deutschen Kollegen nennen diesen eigenwilligen, schweigsamen Typen: den Holländer. Wer, wenn nicht er, könnte den Fall lösen?” (© mare Verlag)

Meine Meinung

Dieses Buch hat  mir sehr gut gefallen, obwohl es eine Weile gedauert hat, bis in reingekommen bin. Obwohl ich es vor Ort las bin ich doch ein Kind des Südens der Republik und mit dem Meer und vor allem dem Watt nicht sehr vertraut. Und diese beiden sind eigentlich die Hauptprotagonisten dieses Roman, der mehr als ein Kriminalroman ist. Irgendwann jedoch entwickelte der Roman einen Sog, dem ich mich nicht mehr entziehen konnte.

Drei Männer, die besessen sind vom Wandern im Watt und einer davon wird tot aufgefunden. Alles sieht nach einem Unfall aus, schließlich ist der Weg, den zwei von ihnen gehen wollten, nur unter ganz bestimmten Bedingungen überhaupt zu meistern. Aber die Grenzprobleme zwischen den Niederlanden und Deutschland sorgen dafür, daß Liewe Cupido beginnt, der Sache nachzugehen und er merkt schnell, daß das kein herkömmlicher Unfall sein kann. Zwar sind es nur kleine Unstimmigkeiten, aber sie summieren sich und mit Hilfe eines jungen Polizisten, der sehr genau beobachten kann, dringt er tief in das Beziehungsgeflecht der drei Wattwanderer ein, die, wie sich herausstellt, gar nicht so gut miteinander auskamen, wie es aussah. Und mehr will ich hier auch gar nicht verraten.

Dieser Roman ist weit mehr als ein Kriminalroman, obwohl er das natürlich ist. Mathijs Deen gelingt es hervorragend, die Naturgewalt des Watts darzustellen – nicht nur seine Schönheit, sondern auch die große Gefahr, die von ihm ausgehen kann.  Als Leserin schmeckte ich die salzige Luft und spürte den Wind. Er erzählt auch vom Ehrgeiz, das Watt zu immer neuen Inselzielen zu durchqueren und den Gefahren, die dabei lauern. Mich erinnerte das an den Ehrgeiz von Bergsteigern, die immer neue, gefährliche Routen zu Gipfeln suchen und die, davon getrieben, ihren Zielen alles andere unterordnen.

Mit großer Genauigkeit verfolgen die beiden Ermittler ihre Spuren, obwohl die Umstände immer wieder schwierig sind, denn über die Zuständigkeiten wird auf Behördenebende teils etwas skurril gestritten. Die Zusammenarbeit zwischen den Ermittelnden auf beiden Seiten funktioniert jedoch, auch wenn mir bei der Zeichnung der Personen insgesamt ein wenig die Tiefe fehlte. Aber das tat meinem Lesevergnügen keinen Abbruch.

Fazit: Dieser Kriminalroman lebt nicht von Action, sondern von den intensiven Naturbeschreibungen und den ganz besonderen Beziehungen seiner Protagonisten zum Wattenmeer. Damit ist er auch mehr als ein reiner Krimi und ich fand ihn absolut lesenswert!

Einen Überblick über die Rezensionen des Feuilletons finden Sie hier

Hier können Sie einen Blick ins Buch werfen

In diesem Video können Sie sich von Autor Mathijs Deen ins Wattenmeer entführen lassen und sich etwas über die Gegend erzählen lassen, in der das Buch spielt (Video, 5:10 Min.)

Wenn Sie Lust bekommen haben, das Buch zu lesen, können Sie es in den beiden Vaihinger Buchhandlungen buch+musik oder Vaihinger Buchladen bestellen oder herunterladen. Die Links führen direkt in die jeweiligen Webshops.

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Über die Autorin/den Autor
Von 1976 bis 2018 war ich im Buchhandel tätig und von Oktober 1995 bis Februar 2018 die Inhaberin der Schiller Buchhandlung, die ich zuvor fast 5 Jahre als Geschäftsführerin geleitet  habe. Ein Leben ohne Bücher ist für mich auch nach der Schließung meiner Buchhandlung unvorstellbar. Deshalb schreibe ich in der Rubrik "Buchtipps" weiter über meine Lektüreeindrücke. Meine bevorzugten Bücher sind vor allem Krimis, die ich für meine Arbeit als Jurymitglied der "Stuttgarter Kriminächte" regelmäßig lese. Ich lese außerdem literarisches und spannende Unterhaltungsromane. Inzwischen habe ich auch das Hörbuch für mich entdeckt und schaue immer noch gerne in Kinder- und Jugenbücher rein.