Ein Wissenschaftsthriller – das reizte mich, auch für meine Jurytätigkeit bei den Stuttgarter Kriminächten und dann hatte ich auch noch Glück bei einer Verlosung von Lovely Books und erhielt ein Rezensionsexemplar – danke an den Harper Collins Verlag dafür.

Der Ausgangspunkt dieses Thrillers ist eine Entdeckung, die die Tiefseeforscherin Kristina Sabo im Arktischen Ozean macht: Ein einzigartiges Bakterium, das möglicherweise den weltweiten Energieverbrauch dadurch senken könnte, dass mit ihm Leuchtmittel entwickelt werden könnten, die die Strommenge auf ein Minimum reduzieren könnte. Erste Experimente verliefen vielversprechend und eine neue Forschungsfahrt in die Arktis, wo sie in der Tiefsee mehr der Bakterien für die Weiterentwicklung der Technik entnehmen möchte, ist geplant. Kurz vor der Abfahrt passiert jedoch ein unvorhergesehener Unfall im Labor, der nicht nur ihren Kollegen José schwer verletzt, sondern auch die Bakterien freisetzt. Trotz aller Risiken macht sich Kristina auf in die Arktis. Ihr zur Seite wird der ehemalige Elitesoldat und Kampfschwimmer Yorick Vard gestellt, der sicherstellen soll, dass das Forschungsschiff seine Reise ohne Probleme machen kann. Denn die SATURN verfolgt noch eine weitere Mission: Die Erforschung von Magnanfeldern am Grund der Tiefsee.

Wie nicht anders zu erwarten, verläuft die Fahrt nicht problemlos: Ein Umweltaktivist, der die Ausbeutung der Tiefsee verhindern möchte folgt dem Forschungsschiff, um es an seiner Arbeit zu hindern und auch die Russen sind unterwegs, um herauszufinden, was genau die Forschenden vorhaben – Yorick Vard hat reichlich zu tun und zu allem Überfluss zeigen sich bei Kristina Symptome einer Infektion, die auf den Kontakt mit dem Bakterium zurückzuführen sind.

Dieser Thriller ist durchaus spannend zu lesen. Konventionell aufgebaut fügen sich die verschiedenen Handlungsfäden im Laufe der fortschreitenden Handlung zu einem komplexen Plot. Man merkt, das Michael Thode auch als Fachjournalist arbeitet, seine Sprache ist sachlich, manchmal fast journalistisch. Mir gefielen vor allem die Beschreibungen des Arktischen Ozeans, auch das Leben auf dem Forschungsschiff ist lebendig beschrieben. Sein Held Yorick ist vielleicht etwas zu ideal gezeichnet, aber man merkt auch, das der Autor die Bundeswehr sehr gut kennt. Die Vielzahl der Handlungsfäden macht die Handlung spannend, bewirkt aber auch, dass manche Themen zwar angerissen und nicht richtig vertieft werden. So kam mir die Wissenschaft etwas zu kurz, hier hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht. Auch die Frage, die sich in unserer Gesellschaft immer wieder stellt, ob Ziele wie der Kampf gegen die Klimakrise oder gegen die hemmungslose industrielle Ausbeutung der Ozeane wirklich jedes Mittel rechtfertigen, wird leider nur angerissen.

Trotzdem: Wer einen spannenden Thriller mit einem interessanten Thema sucht, wird hier gut unterhalten! 

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