Ein Wiedersehen mit der Frankfurter Staatsanwältin Greta Vogelsang und Kommissar Uwe Fähndrich aus Frankfurt, die in diesem Buch bereits zum dritten Mal gemeinsam ermitteln.

Kommissar Fähndrich ahnt gleich, dass der Fall nicht so klar ist, wie er scheint: Ein Mann stellt sich der Polizei und legt ein Mordgeständnis ab. Angeblich hat er den Unternehmensberater Leif Andresen umgebracht. Fähndrich stört es allerdings, dass es weder ein Motiv oder eine Tatwaffe gibt, noch Spuren des vermeintlichen Täters am Tatort. Andresen war Berater eines international agierenden norwegischen Energiekonszerns, Vorreiter bei der Produktion von Wasserstoff. Die zuständige Staatsanwältin Sandra Brandt sieht den Fall als eindeutig an und will so schnell wie möglich Anklage erheben. Da wird auf den Verdächtigen in der JVA ein Anschlag verübt und er fällt ins Koma.

Greta Vogelsang wäre eigentlich gar nicht zuständig für diesen Fall, aber Juna, die Schwester ihres Lebensgefährten Mika, arbeitet bei Liquid Lights, eben diesem Energiekonzern und bittet sie um Hilfe: Leif Andresen ist ganz gegen seine Natur nicht zu einer wichtigen Vorbesprechung der internationalen Konferenz gekommen, die der Energikonzern ausrichtet. Greta lässt sich breitschlagen und nimmt Kontakt zu Fähndrich auf. Beiden wird schnell klar, dass hinter diesem Mordfall eine Sache steckt, die weit in die Schaltzentralen von Wirtschaft und Politik reicht…..

Dieser Krimi liest sich gut und ist sehr spannend. Wie in den Vorgängerbänden auch, legt Florian Wacker mehrere Handlungsebenen an, so dass ich als Leserin stets mehr wusste, als die Ermittelnden. Das Thema Energiewende ist ja topaktuell und hier geht es um die vermeintlich umweltfreundliche Wasserstofftechnologie, die sich allerdings im Laufe der Handlung als nicht ganz so sauber darstellt, wie es der Energiekonzern darstellt. Und als Leserin ahnte ich irgendwann: Wie so oft werden die wahren Verantwortlichen nicht zur Rechenschaft gezogen werden.

Geschickt flicht der Autor auch noch einige private Verflechtungen ein: Da ist vor allem Greta Vogelsangs Schwägerin Juna, die nicht wahrhaben möchte, dass das, was sie als Marketingfrau vermarktet vielleicht nicht ganz so sauber ist, wie sie denkt. Der Konflikt zwischen den beiden Frauen belastet auch die Beziehung von Mika und Greta schwer. Und Uwe Fähndrich muss nicht nur entscheiden, ob er gegen die Widerstände der Staatsanwaltschaft die Ermittlungen weiterführt, sondern er muss auch für sein etwas ausgefallenes Hobby Lindy Hop eine Challenge organisieren. Diese privaten Verflechtungen schaden der Spannung jedoch nicht und geben den beiden Ermittelnden mehr Kontur als in den früheren Fällen.

So war dieser Krimi auch wegen seiner ruhigen, unaufgeregten Erzählweise ein rundes, spannendes Lesevergnügen für mich. Zu Recht erhielt Florain Wacker dafür den RSM Ebner Stolz Wirtschaftskrimipreis 2026 der Stuttgarter Kriminächte 

Wenn Sie Lust bekommen haben, das Buch zu lesen, können Sie es im Vaihinger Buchladen bestellen oder herunterladen. Der Link führt direkt zum Titel im Webshop.

Eine Leseprobe finden Sie hier