Das Haus am Grimaldi Square 4 sah nicht so aus, als würde es eine Überraschung bereithalten. Es war eines von mehreren Backsteinhäusern, die drei Seiten eines viktorianischen Platzes einnahmen, der schon bessere Tage gesehen hatte …
So beginnt dieser unterhaltsame Roman. Lange haben die Polizistin Stevie und ihre Frau Amber nach einem kleinen Haus in London gesucht. Endlich sind sie fündig geworden: Ein kleines Haus am Grimaldi Square. Zwar ist der Garten verwildert, der Pub gegenüber, in dem Jack, ein Freund von Stevie, arbeitet, ziemlich heruntergekommen und die Nachbarin Mrs. Haggerston mit einem Faible für Heilige notorisch neugierig. Trotzdem ist es für Stevie und Amber das Traumhaus. Bis sie sich nach der Unterschrift unter den Kaufvertrag im leeren Haus verabreden, um auf die gemeinsame Zukunft am Grimaldi Squre anzustoßen. Da stellen sie nämlich fest, dass oben im ersten Stock eine alte Frau sitzt, die gar nicht daran denkt, das Haus, in dem sie Jahrzehnte gelebt hat, zu verlassen: Dorothy. Sie erklärt nicht warum, und auch nicht, was in dem Rollkoffer steckt, den sie die ganze Zeit bei sich behält. Stevie und Amber versuchen alles, um Dorothy dazu zu bewegen, das Haus zu verlassen – vergeblich. Und mit der Zeit ergeben sich fast täglich neue Verwicklungen – das gemeinsame Leben, das sich das Paar so schön vorgestellt hat, entwickelt sich ganz anders, als gedacht….
Diesen Roman habe ich sehr gerne gelesen. Sandi Toksvig ist eine in England sehr bekannte Komikerin und das merkt man dem Buch an: Witzige Dialoge, fast screwballcomedyartige Wendungen voller Situationskomik, aber auch eine große Warmherzigkeit wohnen dem Roman inne. Dabei sind ganz nebenbei auch gesellschaftliche Themen und Konflikte ein Thema: Mrs. Haggerston kann es kaum ertragen, dass sie ein Frauenpaar als neue Nachbarinnen hat. Werden sich Stevie und Amber in der Kinderfrage einig? Und dann ist da noch Dorothy, die so einiges verbirgt, aber langsam zum Zentrum des gemeinsamen Lebens wird. Das alles vereint sich zu einem wunderbaren Lesevergnügen.
Mag auch das Ende ein wenig zu rosafarben sein – meiner Lesefreude hat das keinen Abbruch getan!
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