Diese zwei gegensätzlichen Thesen führten damals am Bosporus zu einer verhängnisvollen Wette zwischen zwei Männern. Der eine war ein junger Polizist, der andere ein junger Schurke. Beide waren zum Zeitpunkt der Wette ziemlich betrunken. Theoretisch hätten sich die beiden am nächsten Tag nur noch verschwommen an das Gesagte erinnern und den Quatsch dann einfach vergessen können. Dann allerdings wäre die Weltliteratur um einen Roman ärmer gewesen. So tat der Schurke am nächsten Tag etwas, mit dem der Polizist nicht gerechnet hatte: er beging vor dessen Augen einen Mord. Und der Polizist konnte seinem Wettkumpel die Tat nicht nachweisen, obwohl er selbst Zeuge dieser scheußlichen Tat gewesen war.
So was kann einen lange wurmen. Vierzig Jahre lang wurmte es in diesem Falle im inzwischen alt und krank gewordenen Kommissär, bis sich die Wege der beiden Kontrahenten wieder kreuzen. Zu guter Letzt gelingt es dem Staatsbeamten durch eine skrupellose Intrige, seinem Widersacher der verdienten Strafe zuzuführen. Wobei die Art und Weise, wie hier eine fragwürdige Form von Gerechtigkeit hergestellt wird, ebenfalls als äußerst fragwürdig zu diskutieren ist. Der Autor hat in seinem Kriminalroman mit dem Genre gespielt und es teilweise auch parodiert. Anfang der 50iger Jahre hatte er aus finanziellen Gründen mit dem Schreiben von Kriminalromanen begonnen, die dann zuerst als Fortsetzungsroman in einer Tageszeitung erschienen, bevor sie der Benziger Verlag in Buchform veröffentlichte.
Dies war aber nur eine von vielen literarischen Formen, die sein umfangreiches Werk ausmachen. Sein späterer, glücklicher Verleger schrieb einmal über ihn: " Er beherrschte alles - Drama, Prosa, Lyrik, Essay, Satire, Parabel, Pamphlet. Er spielte einfach auf einem breiteren Klavier als andere."
Und das ist noch nicht alles. Als er nach seinem Studium der Philosophie, Literatur und Naturwissenschaften vor der Berufswahl stand, schwankte er zwischen Schreiben und Malen. Er entschied sich dann zwar für den Werdegang des Schriftstellers, gemalt hat er aber trotzdem weiter. Seine Dichterzeichnungen sind erstmals 1963 in seinem späteren Haus- und Hofverlag erschienen. Berühmt geworden ist er vor allem mit seinen Komödien und Dramen. Sein Humor half ihm, die Welt zu ertragen. "Nur das Komödiantische ist möglicherweise heute noch der Situation gewachsen. Wer verzweifelt, verliert den Kopf; wer Komödien schreibt, braucht ihn."
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