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"Will man verhindern, dass es politisch Mißvernügte gibt, sorge man dafür, dass der Mensch nicht beide Seiten einer Frage kennenlerne, sondern nur die eine. Oder noch besser gar keine. Er soll vergessen, dass es etwas wie Krieg gibt. Ist die Obrigkeit unfähig, aufgebläht und krankhaft steuersüchtig, ist es besser, die Leute machen sich darüber keine Gedanken. Seelenruhe, Montag. Man beschäftigt die Leute mit Wettbewerben - wer am meisten Schlagertexte kennt oder Hauptstädte aufzählen kann oder dergleichen. Man stopfe ihnen den Kopf voll unverbrennbarer Tatsachen, bis sie sich zwar überladen, aber doch als "Fundgrube von Wissen" vorkommen. Dann glauben sie, denkende Menschen zu sein und vom Fleck zu kommen, ohne sich im geringsten zu bewegen (...)".
Diese Sätze stammen aus einem Science Fiction, der vor über 50 Jahren geschrieben wurde. Und es scheint so, als ob uns die Zukunftsvisionen des Autoren zumindest zum Teil schon längst eingeholt hätten. Man muss nur den Fernseher einschalten und das dargebotene Programm kritisch beäugen, dann hat man den Beweis.
In seinem 1953 erschienenen Roman beschreibt der Autor eine Welt, in der selbständiges Denken unerwünscht, ja sogar unter Strafe gestellt wird. Wer noch denkt und hinterfragt, stellt eine Gefahr für die Gesellschaft dar und wird beseitigt. Der Staat will mit allen Mitteln die absolute Konformität erreichen. Alles, was bis dato an menschlichem Gedankengut existierte, wird von einem speziell dafür ausgebildeten Staatsorgan vernichtet. Die Menschen werden permanent mit Banalitäten aus Fernseh- und Rundfundsendungen berieselt, so dass gar kein Raum mehr bleibt für individuelle Gedankengänge.

"Seelenruhe" nennt eine Figur aus dem Roman den Zustand, der auf diese Weise erreicht werden soll. Warum ständig grübeln, hinterfragen und sich Sorgen machen? Den Bürgern soll vorgegaukelt werden, dass sie glücklich sind. Brot und Spiele. Dabei bleibt die Menschlichkeit völlig auf der Strecke und die Menschen leben in ständiger Angst vor den "Hütern der Seelenruhe", die mit zunehmend brutaler Gewalt dafür sorgen, dass kein beschriebenes Blatt Papier mehr für verbotene Denkanstösse sorgen kann.
Diese Kombination aus Science Fiction und Sozialkritik und die hohe literarische Qualität seiner Texte hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Gattung des Science Fiction langsam auch als ernstzunehmende literarische Gattung und nicht nur ausschließlich als Trivialliteratur anerkannt wurde.
Der amerikanische Autor schrieb - und schreibt noch - nicht ausschließlich Science Fiction Romane. Bekannt wurde er auch mit seinen vielen Kurzgeschichten, Kriminalromanen, Drehbüchern, Hörspielen und Fernsehproduktionen.
Seine zwei bekanntesten Romane aber gelten inzwischen als Klassiker des Science Fiction. Das erste Meisterwerk erschien 1950, das zweite drei Jahre später. Warum er von dem hier gesuchten Roman selber gerne als Groschenroman gesprochen hat, lag daran, dass er als Vater von zwei kleinen Töchtern zu Hause nicht die nötige Ruhe zum Schreiben fand. Auf einer gemieteten Schreibmaschine auf dem Campus der University of California in Los Angeles hämmerte er "für zehn Cent pro halbe Stunde meine gehetzte Prosa in die Maschine. Unter jeder Schreibmaschine befand sich eine Vorrichtung, ein Münzautomat, in den man im Wettlauf mit der Zeit Zehn-Cent-Stücke einwarf. (....) schrieb ich in neun Tagen nieder. Es kostete mich neun Dollar achtzig Cent, diesen Roman abzufassen, den ich später meinen Groschenroman nannte."

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