"Atticus mochte recht haben, aber die Geschehnisse des Sommers hingen über uns wie Rauch in einem geschlossenen Raum. Mit Jem und mir sprachen die Erwachsenen nie über den Fall, doch sie schienen ihn mit ihren Kindern zu erörtern, und zwar in dem Sinne, dass es nicht unsere Schuld sei, Atticus zum Vater zu haben, die Kinder müssten also trotz dieses Vaters nett zu uns sein. Von allein wären unsere Schulkameraden nie auf einen solchen Gedanken verfallen. Ohne die Einmischung der Eltern hätten Jem und ich mehrere rasche, befriedigende Faustkämpfe ausgefochten und die Sache ein für allemal hinter uns gehabt. So aber blieb uns nichts anderes übrig, als den Kopf hochzuhalten und ein Gentleman beziehungsweise eine Dame zu sein." (...).
Eine Kleinstadt im tiefen Süden der USA. Die Geschwister Jem und Scout wachsen trotz dem frühen Tod der Mutter wohlbehütet auf. Der Vater und die farbige Haushälterin sorgen für ausreichend Nestwärme und wohldosierte Ermahnungen, lassen die Zügel aber immer locker genug, so dass die beiden Kinder bei ihren äußerst kreativen Spielen und Streichen auch aus ihren eigenen Erfahrungen lernen können. Der Zauber der langen Sommertage täuscht aber nicht darüber hinweg, dass Jem und Scout in einer Zeit aufwachsen, die geprägt ist von Rassenhass und Diskrimierung. Besonders deutlich wird das für die Kinder, als ihr Vater als Rechtsanwalt die Verteidigung eines Farbigen übernimmt, der eine Weiße vergewaltigt haben soll. Obwohl er nicht der einzige ist, der an die Unschuld des Verdächtigten glaubt, nehmen es ihm viele Bewohner der Stadt übel, dass er überhaupt auf diese absurde Idee kam, für einen Farbigen Partei zu ergreifen. Bei der Gerichtsverhandlung wird der junge Farbige von den Geschworenen für schuldig befunden. Für die Kinder, die gemeinsam mit der ganzen Stadt die Verhandlung mitverfolgen, bringt dieser Schuldspruch deren noch junges Weltbild ins Wanken. Während die jüngere Scout ihrem Alter gemäß noch etwas naiver über die Menschen urteilt: "Nein, Jem, ich glaube, es gibt nur eine Art von Menschen. Einfach Menschen." , ist der um vier Jahre ältere Jem schon sehr viel abgeklärter: " Aber wenn es nur eine Art von Menschen gibt, warum können sie dann nicht miteinander auskommen? Wenn sie alle gleich sind, warum haben sie dann nichts anderes im Kopf, als sich gegenseitig zu verabscheuen? Scout, so allmählich wird mir was klar. So allmählich wird mir klar, weshalb Boo Radley die ganze Zeit im Haus bleibt... Er tut’s, weil er drinbleiben will."
Die Autorin wuchs in den Südstaaten auf, in der unmittelbaren Nachbarschaft zu einem später ebenfalls sehr berühmten Schriftsteller, mit dem sie seit ihrer Kindheit eng befreundet war und den sie u.a. bei den Recherchen zu dem Tatsachenroman Kaltblütig unterstützte.
Ihr Roman erschien im Jahr 1960. Ein Jahr später wurde sie mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet und 1962 kam die Verfilmung mit Gregory Peck in der Hauptrolle in die Kinos.
Dieser überaus erfolgreiche Roman sollte bis heute ihr einziges, veröffentlichtes Werk bleiben.
Wie heißt die Autorin? Und wie ist der Titel ihres einzigen Romans, der in 25 Sprachen übersetzt worden ist?
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