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„Es wäre schön, wenn die Leute beim Verlassen des Theaters gedankenverloren auf die Fahrbahn gerieten und von einem Taxi überfahren würden. Manchmal denke ich, das wäre schön. Nicht, dass ich wünschte, die Leute möchten sich verletzen! Aber es wäre besser, so gedankenverloren aus dem Theater zu kommen, statt nur den einen Gedanken zu kennen: Wo hatte ich bloß den Wagen geparkt?“
Diesen ehrgeizigen Wunsch hat der Autor eines berühmten Theaterstückes einmal geäußert, wir hoffen aber dennoch, dass die Unfallstatistik nicht allzu dramatisch in die Höhe geschnellt ist, nachdem das Stück aufgeführt wurde (Ich für meinen Teil gehörte zu den sich glücklich schätzenden Theaterbesuchern, die ihre ersten gedankenverlorenen Schritte in einer Fußgängerzone machen durften ).
Die unfallauslösende Seite dieses Stückes dürfte aus theatergeschichtlicher Sicht wohl eher vernachlässigbar sein, viel mehr Gedanken würde ich mir über den sicher nicht unbedeutenden Einfluss auf diejenigen unter uns machen, die bis dato eine Eheschließung in Erwägung gezogen hatten. Das Stück könnte auf zu Wankelmütigkeit neigende Personen unter Umständen abschreckend wirken.
Um noch mal auf den Wunsch des Autoren zurück zu kommen: Gedanken lesen müsste man können, wenn die Leute nach der Vorstellung gedankenverloren das Theater verlassen. Vielleicht würden junge Pärchen denken: Soweit wird es bei uns nie kommen. Singles würden denken: Soweit werde ich es erst gar nicht kommen lassen. Und das ein oder andere gestandene Paar wird denken: Wie konnten wir es nur soweit kommen lassen.
„Was Ehen zermürbt, ist nicht das Unglück, sondern der Alltag. Was sie zerstört, sind nicht die Katastrophen, sondern unsere Hoffnungen und Illusionen.“  Das hat Anton Tschechow einmal geschrieben, obwohl er das Stück gar nicht kannte. Aber er hat es mit diesem Satz auf den Punkt gebracht.

Der Autor wurde 1928 geboren, begann schon während seiner Schulzeit zu schreiben und arbeitete später in diversen Berufen, bis er von seinem Mitbewohner, dem Komponisten William Flanagan, in die künstlerischen Kreise New Yorks eingeführt wurde. Er lernte Thornton Wilder kennen, der ihn dazu ermunterte, Stücke zu schreiben. Sein erster Einakter wurde 1958 fertig, von den New Yorker Bühnen aber als „zu experimentell“ abgelehnt und 1959 in  Berlin uraufgeführt. Kurze Zeit später kam seine Karriere dann richtig in Schwung. 1962 wurde sein bekanntestes Stück in New York uraufgeführt und verschaffte ihm einen Platz unter den bedeutendesten amerikanischen Dramatikern. Ursprünglich wollte er dem Stück den Haupttitel Exorcism geben, entschied sich dann aber für einen Satz, den er einmal an der Wand einer Bar im New Yorker Künstlerviertel Greenwich Village gelesen hatte. Um diesen Satz, vor allem den darin enthaltenen Namen, verwenden zu dürfen, hatte er den Witwer einer englischen Schriftstellerin ausdrücklich um Genehmigung gebeten.
So drastisch wie er hatte bis dato keiner die Institution Ehe in Frage gestellt.
Wer es nach dem Theaterbesuch also doch noch wagen möchte, der sollte sich keinen übersteigerten Illusionen hingeben und es mit Oscar Wilde halten: “Die Ehe ist ein Versuch, zu zweit wenigstens halb so glücklich zu werden, wie man allein gewesen ist.“

Wie ist der Name des Autoren, der als einziger Dramatiker bereits dreimal den Pulitzer Preis verliehen bekam? Und wie heißt sein weltbekanntes Schauspiel, das 1965 mit einem brillanten Schauspielerehepaar verfilmt wurde?

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