Der eine war ein echter Klassenclown, der nur deshalb nicht von der Schule flog, weil er auch Klassenbester war. „Ich habe angefangen, Grimassen zu schneiden, lange bevor ich zu sprechen begann,“ erzählte der Humorist rückblickend.
Der andere war ein schlechter Schüler. Er drückte gemeinsam mit seinem vier Jahre jüngeren Bruder die Schulbank. Und flog wegen Disziplinlosigkeit von der Schule. „Als Junge war mein einziges Vergnügen, mich mit meinen Freunden herumzubalgen!, bekannte der talentierte Zeichner, dem während seiner Militärzeit schon mal die Stiefel seiner Kameraden an den Kopf flogen, wenn er mal wieder nachts zeichnete und das Licht seiner kleinen Lampe störte.
Als sich die Beiden 1955 in Paris kennen lernten, wurden sie sofort Freunde. Beim Austauschen ihrer Kindheitserinnerungen entstand dann mit der Zeit die Idee zu einer Figur, die mit ihren Schöpfern offensichtlich so einige Ähnlichkeiten zu teilen hat.
(...) „In der Pause haben wir ganz gemütlich Postkutsche und Indianer gespielt. Roland und Franz sind die Pferde gewesen und Max und ich haben sie am Gürtel gehalten und wir waren die Kutscher von der Postkutsche und die anderen waren die Indianer, die uns überfallen. Das war lustig, besonders weil Franz dem Joachim eins auf die Nase gegeben hat und Joachim hat gerufen, ein Pferd darf nicht mit der Faust schlagen. „Und warum nicht?“, hat Chlodwig gerufen, und Roland hat ihm auch eine reingehauen. Wir haben uns alle gehauen und wir haben geschrien und viel Spaß gehabt, es war Klasse (...).“
Zu Beginn ihrer Karriere war die Figur noch eine Comic-Figur, die ihren ersten Auftritt in der belgischen Zeitschrift Le Moustique hatte. Später wurden daraus illustrierte Geschichten, die wöchentlich in einer französischen Zeitung erschienen. Die Leser waren begeistert.
1960 kam der erste Band mit gesammelten Geschichten in Buchform auf den Markt. Ein Flop! Ein zweiter Band sollte gar nicht mehr erscheinen, aber dank der Hartnäckigkeit eines Verlegers und der werbeunterstützendenden Macht des Fernsehens wurden die erste Buchausgabe und alle vier folgenden Bände schließlich zu Bestsellern. Und die Begeisterung für diesen Kinderklassiker hält bis heute bei jung und alt an. Woran das liegt? Weil Kinder sich in den Geschichten wieder erkennen und die Älteren an ihre eigene Kindheit erinnert werden.
„(...) Mama hat nicht gern, dass ich mit dem Flugzeug spiele, sie sagt, dabei geht jedes Mal irgendwas in der Wohnung kaputt. Ich habe probiert, ob es noch fliegt, und tatsächlich, Mama hat Recht gehabt, nämlich es ist durch die offene Tür aus meinem Zimmer rausgeflogen und hat die Vase auf dem Esszimmertisch kaputt gemacht – nach einem super Flug! Das ist aber nicht so schlimm gewesen, denn Papa hat schon ein paar Mal gesagt, er findet die Vase, die uns meine Oma geschenkt hat, nicht so schön (...).“
So wie hier Flugzeug und Vase in schicksalhafter Form aufeinander treffen, so treffen in den Geschichten immer wieder Kinderwelt und Erwachsenenwelt aufeinander. Natürlich gibt es dabei auch Tränen und Ärger, aber das lässt sich meist mit diplomatischem Geschick bzw. einem soliden Erpressungsversuch rasch wieder einrenken.
„(...) Ich habe angefangen zu weinen. Mama ist schnell aus der Küche gekommen, und sie hat gefragt, was denn los ist. Ich habe gesagt, ich bin ganz unglücklich, keiner liebt mich und ich geh weg von hier, weit, weit weg, und man wird mich noch vermissen und allerhand so Sachen, die ich immer sage, wenn mir irgendwas nicht gefällt (...).“
Sehr gefallen hat es der großen Fangemeinde, dass nach Jahrzehnten noch ein weiterer Band mit neuen Geschichten erschienen ist. Damals in den 60iger Jahren waren nämlich längst nicht alle Folgen in Buchform veröffentlicht worden. Und nachdem der Humorist –Sie wissen schon, der Klassenclown – leider sehr früh gestorben war, verstaubten die Geschichten auf dem Dachboden. Prima, das sie wieder gefunden wurden.
Wie heißen die zwei Freunde, die gemeinsam die berühmte Figur geschaffen haben, der eine textend, der andere zeichnend? Und wie ist der Name dieser Figur?









