RSS-FEED
Podcast RSS-FEED
Follow me on Twitter
Visit me on facebook

 
Quiz Archiv

In Zusammenarbeit mit:
Partnerlogo

„(...) Ich glaube nicht an Fügung und Schicksal, als Techniker bin ich gewohnt mit den Formeln der Wahrscheinlichkeit zu rechnen. Ich gebe zu: Ohne die Notlandung in Tamaulipas (26.III.) wäre alles anders gekommen (...). Ich bestreite nicht: Es war mehr als ein Zufall, dass alles so gekommen ist, es war eine ganze Kette von Zufällen. Aber wieso Fügung? Ich brauche, um das Unwahrscheinliche als Erfahrungstatsache gelten zu lassen, keinerlei Mystik; Mathematik genügt mir (...).“
Das Leben richtet sich aber nun mal nicht nach den Gesetzen der Logik, hat es auch noch nie getan. Für den Mann aber, der hier berichtet, spielen jene Dinge im Leben, die nicht berechenbar sind, eine Nebenrolle. Gefühle und Stimmungen geraten auf diese Weise in die Bedeutungslosigkeit, auch Themen wie Kunst und Religion bestehen in seinen Augen allenfalls durch eine bloße wissenschaftliche Erklärung. Sein ganzes Denken basiert so stark auf einem rationalen und technologischen Weltbild, dass er quasi blind ist gegenüber der Tatsache, dass das Leben eben keine Gleichung ist, die einfach nur perfekt aufzugehen hat.
Selbst als sein Leben – Ironie des Schicksals – durch mehrere Zufälle eine verhängnisvolle Wendung nimmt und sein Weltbild dadurch eigentlich bis an die Grundmauern ins Wanken geraten sollte, ändert er seine Sicht der Dinge nur geringfügig. Sein nüchterner Rückblick auf das Geschehene ist auch das Zeugnis einer Selbsttäuschung.
Erst als er am Ende angesichts einer schweren Operation dem möglichen, ja sogar wahrscheinlichen Tod ins Auge blicken muss, kommt ihm die Erkenntnis: „(...) Verfügung für Todesfall: alle Zeugnisse von mir wie Bericht, Briefe, Ringheftchen, sollen vernichtet werden, es stimmt nichts. Auf der Welt sein: im Licht sein. Irgendwo (wie der Alte neulich in Korinth) Esel treiben, unser Beruf! – aber vor allem: standhalten dem Licht, der Freude (wie unser Kind, als es sang) im Wissen, dass ich erlösche im Licht über Ginster, Asphalt und Meer, standhalten der Zeit, beziehungsweise Ewigkeit im Augenblick. Ewig sein: gewesen sein (...).“

Das Buch war eines der erfolgreichsten deutschsprachigen Bücher der Nachkriegszeit und wird auch heute noch, 50 Jahre nach Erscheinen, viel gelesen – wenn auch zum Teil nur unter dem zarten Druck der Lehrkörper. Der Autor hatte in seinem Roman ein modernes Thema der 50iger Jahre verarbeitet, nämlich der durch die fortschreitende Technisierung bedingte, oft blinde Glaube der Menschen an den Segen der Technik. Ein weiterer, heißer Gesprächsstoff, der dem Buch vermutlich erhöhte Aufmerksamkeit sicherte, dürfte in den prüden Nachkriegsjahren die Tatsache gewesen sein, dass der Autor von einem inzestuösen Liebesverhältnis zwischen Vater und Tochter erzählt. So ist der Roman auch eine moderne Variante des Ödipus-Mythos. So wie Ödipus meint, seinem Schicksal entgehen zu können, glaubt auch der rationale Techniker, dass das ganze Leben berechenbar sei. Beide scheitern auf ihre Weise.
Der Autor, der nicht nur mit Romanen, sondern auch mit Theaterstücken berühmt geworden ist, wäre sicher nicht unzufrieden gewesen über die kürzlich in Stuttgart uraufgeführte Theaterversion seines berühmten Romans. Persönlich absegnen konnte er die gelungene Bearbeitung leider nicht mehr, da er 1991 im Alter von knapp 80 Jahren starb.

Wie heißt der Autor, der sowohl erfolgreicher Architekt als auch erfolgreicher Autor war? Und wie ist der Titel seines bekannten Romans?

Wenn Sie hier klicken, bekommen Sie 3 Lösungsvorschläge
 
Quiz

Jeden Monat denkt sich unsere Kollegin Natalie Puttkammer ein literarisches Rätsel für Sie aus. Raten Sie mit!

... weiter
1. Lesefest Vaihingen 2004 1. Lesefest Vaihingen 2004
Ausführliche Berichte und Bilder hier nachlesen... weiter