RSS-FEED
Podcast RSS-FEED
Follow me on Twitter
Visit me on facebook

 
Quiz Archiv

In Zusammenarbeit mit:
Partnerlogo

„Ich habe während der sieben Jahre meines Aufenthalts an der französischen Küste des Mittelmeers die Schönheit der Landschaft und die Heiterkeit des Lebens dort mit allen Sinnen genossen. Wenn ich etwa, von Paris mit dem Nachtzug zurückkommend, des Morgens das blaue Ufer wiedersah, die Berge, das Meer, die Pinien und Ölbäume, wie sie die Hänge hinaufkletterten, wenn ich die aufgeschlossene Behaglichkeit der Mittelmeermenschen wieder um mich fühlte, dann atmete ich tief auf und freute mich, dass ich mir diesen Himmel gewählt hatte, unter ihm zu leben (....).“
Im folgenden schwärmt der deutsche Schriftsteller noch von seiner schönen weißen Villa, die direkt am Meer stand und in der er sich sehr wohl fühlte. Wo er äußerst produktiv seiner literarischen Tätigkeit nach ging und wo er im Laufe der Jahre viele andere Schriftstellerkollegen als seine Gäste empfing.
Wenn man die freundlichen Erinnerungen des glücklichen Villenbesitzers liest, kommt man nicht unbedingt gleich auf den Gedanken, dass er hier von seinem Exilaufenthalt in Sanary-sur-Mer an der Côte d’Azur sprach. Sanary war und ist auch heute ein nettes kleines Küstenörtchen, das sich auf den ersten Blick nicht wesentlich von den vielen anderen netten kleinen Küstenörtchen an der Côte unterscheidet.
Tatsächlich war Sanary in den 30iger Jahren des letzten Jahrhunderts ein beliebter und stark frequentierter Zufluchtsort für deutsche und österreichische Schriftsteller. Hier traf sich auf der Flucht vor den Nationalsozialisten die literarische Elite. Seit 1987 erinnert eine Gedenktafel mit den Namen der Emigranten an die Tage, da Sanary nicht nur ein stilles Küstenörtchen, sondern quasi die Hauptstadt der deutschen Literatur im Exil war.
Unser glücklicher Villenbesitzer, der auch auf dieser Gedenktafel verewigt ist, wurde damals wegen seines fast siebenjährigen Aufenthaltes zum Mittelpunkt dieser Exil-Literaturszene. Bert Brecht, Erika und Klaus Mann, Ernst Toller, Arnold Zweig, Alfred Kerr, Ernst Bloch – sie und noch einige andere standen auf seiner Besucherliste.

Ein historischer Roman wird Weltbestseller

Seinen literarischen Durchbruch hatte der aus einer jüdischen Familie stammende Schriftsteller im Jahr 1926. Zwei Jahre lang hatte er vergeblich nach einem Verleger für seinen historischen Roman gesucht. Dessen Inhalt war angesichts des sich in Deutschland ausbreitenden Antisemitismus wohl zu heikel, das Genre des historischen Romans galt als nicht zeitgemäß. 1925 erschien der Roman dann in kleiner Auflage. Aber erst nachdem das Buch 1926 auch in Amerika und in England erschienen war und dort von der Kritik begeistert aufgenommen wurde, kam der Erfolg in Deutschland. Der Verfasser wurde, wie man so schön sagt, über Nacht berühmt. Sein Roman, der von dem märchenhaften Aufstieg einer historischen Figur handelt, die unter dem württembergischen Herzog Karl Alexander Finanzberater wird und auf diese Weise de facto das Land beherrschte, wurde in über 20 Sprachen übersetzt und gilt als einer der erfolgreichsten historischen Romane der Weltliteratur.

Ende einer Idylle

Die schönen Jahre in Sanary endeten 1939 mit Beginn des Zweiten Weltkrieges. Der erste Aufenthalt im Internierungslager Les Milles bei Aix-en-Provence lief noch glimpflich ab, aber im Mai 1940 wurde es ernst. Wieder wurde der Schriftsteller nach Les Milles gebracht, aber jetzt drohte die Auslieferung nach Deutschland. Hilfe kam aus den USA. Sein amerikanischer Verleger bemühte sich um Unterstützung und fand sie schließlich bei Präsidenten Roosevelt und seiner Frau Eleanor, die seit langem eine große Bewunderin des Romanciers war. Eine tollkühne Flucht wurde organisiert, in dessen Verlauf der halb verhungerte Schriftsteller als Frau verkleidet aus dem Lager gerettet wurde. Gemeinsam mit einer Gruppe bekannter Schriftsteller, unter anderem Franz Werfel und Heinrich Mann, wurden er und seine Frau dann aus Frankreich herausgeschmuggelt. Die beschwerliche Flucht führte über die Pyrenäen bis nach Lissabon und von dort in die USA. Santa Monica in Kalifornien wurde ihm zur neuen Heimat. Nicht nur, weil ihn das Klima an die Mittelmeerländer erinnerte, sondern auch, weil sich dort bereits einige Schriftstellerkollegen niedergelassen hatten.

Wie heißt der bekannte Schriftsteller, der einen autobiografischen Bericht über seine Zeit im französischen Internierungslager geschrieben hat? Und mit welchem historischen Roman begründete er seinen Erfolg als Romancier?

Wenn Sie hier klicken, bekommen Sie 3 Lösungsvorschläge
 
Quiz

Jeden Monat denkt sich unsere Kollegin Natalie Puttkammer ein literarisches Rätsel für Sie aus. Raten Sie mit!

... weiter
1. Lesefest Vaihingen 2004 1. Lesefest Vaihingen 2004
Ausführliche Berichte und Bilder hier nachlesen... weiter