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In Kopenhagen gibt es ein ganz besonderes Café. Es wurde 1977eröffnet und nach einem sehr beliebten Schriftsteller benannt (nein, Hans Christian Andersen meine ich nicht – es soll ja auch noch ein paar andere schreibende Dänen geben). Dieser Schriftsteller erfreute sich 1977 noch bester Gesundheit, war Stammgast in jenem seinen Namen tragenden Café und durfte dort umsonst essen und trinken.
Ich wäre in dieses Café auch hinein gestolpert, wenn es nicht diesen Namen tragen würde, einfach, weil es ein schönes, in französischem Stil eingerichtetes Grand Café ist, mit großer Fensterfront, roten Ledersesseln und Korbstühlen, rundherum verspiegelt und trés chic. Aber als großer Fan dieses dänischen Schriftstellers bin ich beim letzten Kopenhagenbesuch natürlich zielstrebig in die St. Regnegade marschiert, um dort einen, nach zwei Wochen Norwegenurlaub dringend benötigten, guten Café au lait zu trinken, Atmosphäre zu schnuppern und mit einer Handvoll Streichholzschachteln, die ein Konterfei des Schriftstellers zieren, weiterzuziehen.

Der namenlose Protagonist, den der schreibende Däne in seinen Romanen über zahlreiche Leichen stolpern lässt, hätte sich in diesem Café vermutlich nicht sehr wohl gefühlt. Zu sauber, zu gut angezogene Leute, zu wenig Kleinkriminelle und Prostituierte. Er war in einem anderen Viertel von Kopenhagen zu Hause, im sogenannten Rotlichtviertel, unweit vom Bahnhof. Warum er dort lebte, hat er mal selbst beantwortet: „ Weil ich in ein Viertel wie dieses hingehöre, in einen total beschissenen Bezirk. Es ist ein schönes Gefühl, wenn man nicht von allem wegläuft.“
Nein, weglaufen hat er als gelernter Journalist nicht im Programm. Er sieht lieber genauer hin, fragt nach und bekommt wegen sturer Hartnäckigkeit oft genug Ärger. Der Ärger mit der Polizei hält sich allerdings in Grenzen. Mit Kommissar Ehlers arbeitet er eigentlich ganz gut zusammen. Kein Komm-uns-ja-nicht-noch-mal-in-die-Quere, du Möchtegern-Privatschnüffler, wie man es von anderen Privatdetektiven kennt, die ihre liebe Not mit der ausführenden Staatsmacht haben.
Wie zum Beispiel Varg Veum, dem einsamen Wolf aus der norwegischen Stadt Bergen. Dessen geistiger Vater Gunnar Staalesen war es übrigens, der Krimis seines dänischen Kollegen ins Norwegische übersetzt hat. Dafür ist er bestens geeignet, schreibt er doch selbst Kriminalromane, in dem ein Einzelgänger die Hauptrolle spielt.
1981 erschien der erste Fall mit dem namenlosen Helden, der, frisch geschieden, leicht demoralisiert, aber seinen guten Humor bewahrend, dem Alkohol innig zugetan, abgeklärt, menschlich, irgendwie sehr sympathisch um die Ecke kam.
Die meisten Fälle spielen im heruntergekommenen Viertel Vesterbro in Kopenhagen, nur selten verlässt er die Stadt, ganz selten das Land. Ein Fall führt ihn auf eine Mittelmeerinsel, sein letzter Fall bis nach San Francisco.
Seine Krimis führten zum endgültigen Durchbruch des Autoren. Er hatte auch schon vorher sehr viel geschrieben, gehörte zur aufsässigen dänischen Untergrundliteratur der 70iger Jahre, war Journalist und ein brillanter Vorleser, der auf keinem Dichterfestival fehlten durfte. Er wurde zum Poet der Stadt, schrieb bevorzugt über die Verlierer, über Menschen in den Hinterhöfen des Lebens. Onkel Danny, wie er liebevoll genannt wurde, entwickelte sich zu einer Kultfigur. Die leider viel zu früh starb. Im März 2006 wäre er 60 Jahre alt geworden und die Stadt Kopenhagen benannte ihm zu Ehren einen Platz in Onkel Dannys Plads um. Der Platz liegt in Vesterbo, unweit des Bahnhofs.

Wie heißt der dänische Schriftsteller? Und wie ist der Titel seines ersten Krimis mit dem namenlosen Journalisten? Wenn Sie hier klicken, bekommen Sie 3 Lösungsvorschläge
 
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