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„Wenn man ein Drama schreibt, das Lebensdeutung versucht, so sind seine Gestalten keine Prinzipienträger, sondern Menschen, die leiden und handeln, ihren Weg suchen oder ihn verfehlen. Man rechnet sich die Handlungsweise seiner Personen nicht aus, wie man einen mathematischen Beweis führt, sondern man stellt sie sich vor, wie sie aus ihrem Wesen und Gesetz heraus sein müssen – bis sie von selber handeln und ihre eignen Entscheidungen fällen, die ihnen der Autor nicht mehr vorschreiben kann. Es ist also nicht so, dass man in der einen Figur das verkörpert, was man für unbedingt gut, in der anderen das, was man für unbedingt schlecht hält. Eine solche Schreibart wird zwar immer wieder von Dogmatikern verlangt oder versucht, aber sie erschafft kein Drama.“
Erklärende Worte eines Autoren über sein eigenes Stück, das in der Nachkriegszeit zu den populärsten Theaterstücken zählte. Geschrieben hatte er es im amerikanischen Exil, weit weg von Deutschland und seiner Wahlheimat Österreich, und mit der Gewissheit, dass es ein Text für die Schublade werden würde, weil eine Aufführung zu diesem Zeitpunkt unmöglich schien. Es war ihm bewusst, dass er in dem Stück „zu viele sympathische Deutsche“ auftreten ließ und dass die Gefahr, missverstanden zu werden, hoch war.
Umso größer die Freude, als es Ende 1946 zu einer ersten Aufführung kam. Nicht in Deutschland, wo die Besatzungsmächte kontrollierten und zensierten und alles verboten, was nicht in das sogenannte Umerziehungsprogramm für das verblendete deutsche Volk passte. Es bestand ja möglicherweise die Gefahr, dass der ein oder andere wieder rückfällig werden könnte, weil die Figuren, allen voran der Fliegergeneral, so menschlich gezeichnet waren. Also wurde das Stück in Zürich uraufgeführt, mit Gustav Knuth in der Hauptrolle. Die Aufführung war ein voller Erfolg. Der Umstand, dass der Autor bei der Premiere anwesend sein konnte, machte das Glück perfekt. Als amerikanischer Staatsbürger, zu dem er inzwischen geworden war,  war es in den ersten Nachkriegsjahren fast unmöglich, nach Deutschland einzureisen. Er bemühte sich daher um einen Zivilposten bei der amerikanischen Regierung und erhielt nach viel Bürokratie schließlich den Auftrag, als Zivilbeamter für spezielle Deutschlandfragen die größeren Städte in den amerikanischen Besatzungszonen zu besuchen und einen Bericht über den Stand der kulturellen Institutionen sowie Vorschläge zu deren Verbesserung zu schreiben. Zwar hatte er keine Genehmigung, aus dem besetzten Deutschland auszureisen, aber irgendwie hat es dann doch geklappt, rechzeitig zur Premiere in Zürich zu sein.
In Deutschland wurde das Stück erst ein Jahr später, im November 1947 in Frankfurt aufgeführt und die spannende Frage war, wie das deutsche Publikum reagieren würde. In seinen lesenswerten Erinnerungen aus dem Jahr 1966 schrieb der Autor: „Viele Kontrolloffiziere der Besatzungsmächte saßen an diesem Abend dabei, misstrauisch und skeptisch. Doch sie erlebten wie wir den Ausbruch einer allgemeinen Erschütterung, wie sie nur selten von einem Theaterstück erregt werden kann. Die Menschen erkannten sich selber im Spiegel ihrer Zeit. Viele, die dieser Premiere beiwohnten, waren im KZ gewesen, in Strafbataillonen, im Widerstand oder auch einfach im Heer. Sie konnten nicht begreifen, dass dieses Stück, von dem man sagte, dass es bis in Einzelheiten der Wirklichkeit entsprach, fern im Ausland geschrieben wurde, von einem, der nicht dabeigewesen war, der an dieser Zeit nicht selbst teilgenommen hatte.“

Wie heißt der deutsche Dramatiker, der in den vierziger Jahren für den amerikanischen Geheimdienst Charakterporträts von Größen der deutschen Kulturszene verfasste – ein Geheimdossier, das erst 2002 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde? Und wie ist der Titel seines berühmten Dramas? Wenn Sie hier klicken, bekommen Sie 3 Lösungsvorschläge
 
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