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„Niemand trug Schuld an dem, was geschehen war, aber das machte es auch nicht leichter, sich damit abzufinden. Verpasste Anschlüsse, schlechtes Timing, Tappen im dunkeln – das waren die Ursachen. Wir waren stets zur falschen Zeit am falschen Ort, liefen ständig aneinander vorbei, waren immer nur Zentimeter davon entfernt, der ganzen Sache auf den Grund zu kommen. Darauf läuft die Geschichte wohl hinaus. Eine Reihe verpasster Chancen. Alle Teile waren von Anfang an da, doch niemand wusste, wie sie zusammenzusetzen waren (...).“
Klingt nach einem besonders schwierigen Puzzle, aber das Leben ist ja auch durchaus vergleichbar mit einem Puzzle, einem dreidimensionalen. Der Roman des amerikanischen Schriftstellers, aus dem die obigen Sätze stammen, liest sich tatsächlich wie ein Puzzle, dessen Teile sich im Verlauf der Geschichte nur ganz langsam zusammensetzen lassen. Ein Roman, der, lässt man sich auf seinen Rhythmus ein, eine sehr feine, unterschwellige Spannung entwickelt, die den Leser in seinen Bann zieht. Ein derartiges Lesevergnügen wünsche ich auch den Schülern der nahegelegenen Gymnasien, die in regelmäßigen Abständen nach Interpretationshilfen zu diesem als Unterrichtslektüre auserwählten Romans  fragen. Ich bin ja im Nachhinein froh, dass ich dieses Buch einfach so lesen durfte, ohne dabei jedes Kapitel in seine Einzelteile zerlegen zu müssen. Allerdings bietet sich ein so vielschichtiges Werk geradezu als Schullektüre an, ist es doch Schelmenroman, Abenteuerroman, Künstlerroman und Entwicklungsroman in einem. Auch hat der Autor nicht mit literarischen Quellen und Anspielungen auf kulturgeschichtliche und historische Ereignisse gespart, wie z.B. dem  Vietnam-Krieg, der Mondlandung und den amerikanischen Studentenprotesten in den 60iger Jahren. Da kommt ohne Zweifel genügend Unterrichtsstoff zusammen.

Niemand hat sein Schicksal in der Hand

Der Autor hat an diesem Roman über einen Zeitraum von zwanzig Jahren gearbeitet, die ersten Entwürfe stammen noch aus seiner Studentenzeit Ende der sechziger Jahre. Die endgültige Fassung erschien dann 1989 (dt. 1990) und wurde für ihn persönlich zu einem  zentralen Werk, einer Art Quelle.  Und in diesem Roman hat er auch ein zentrales Thema verarbeitet, das in vielen seiner Bücher immer wieder eine große Rolle spielt: der Zufall. Als er letzten Herbst auf seiner Lesereise durch Deutschland auch Stuttgart mit seiner Anwesenheit beehrte, um sein neuestes Buch vorzustellen, sprach er vor einem ehrfürchtig lauschenden Publikum vom „Mechanismus des Zufalls“ und darüber, dass kein Mensch sein Schicksal wirklich in der Hand hat.
Immerhin hat er als Schriftsteller die Möglichkeit, Schicksal zu spielen, zumindest für die Figuren in seinen Romanen.
 „Wir würden suchen, aber wir würden nicht finden. Nur die Reise als solche war wichtig, und am Ende bliebe uns nichts als die Vergeblichkeit unseres Strebens. Mit einer solchen Metapher konnte ich leben, es war der Sprung ins Leere, von dem ich immer geträumt hatte.“
Der junge Held ist am Ende der Geschichte und nach einer ganzen Reihe von Zufällen bereit, sein Leben zu beginnen. Er ist reifer geworden. Sonst wäre es ja auch kein Entwicklungsroman...
                                                                       
Wie heißt der amerikanischen Schriftsteller, der seiner zukünftigen zweiten Ehefrau das erste Mal zufällig auf einer Lesung in New  York begegnete, und die zufällig auch eine sehr bekannte amerikanische Schriftstellerin ist?
Und wie heißt sein bekannter Bildungsroman, dessen Originaltitel auf eine Leuchtschriftreklame zurückgeht, die der junge Held aus seinem bescheidenen Appartement heraus zwischen zwei schmalen Häuserschluchten hindurch sieht?
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