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Was bewegt eine vielbeschäftigte Frau in den besten Jahren, erfolgreiche Mitherausgeberin einer Frauenzeitschrift und mit ihrer Arbeit verheiratet, selbst als sie noch mit ihrem viel zu früh verstorbenen Ehemann verheiratet war, dazu, sich um eine alte Frau zu kümmern, die  kurz vor der Verwahrlosung allein in einer kalten schäbigen Wohnung lebt? Mögliche Gründe dafür gibt es genug: Nächstenliebe, soziales Engagement, Nachbarschaftshilfe, ausgeprägtes Helfersyndrom, Mitleid, aufrichtige Zuneigung, vielleicht auch eine Art von schlechtem Gewissen. Kurzes Innehalten an diesem Punkt -  wieso schlechtes Gewissen? Als der Ehemann und wenige Jahre später die Mutter krank werden und sterben, fühlt sich die vitale Endvierzigerin währendessen sehr hilflos und hadert mit ihrer Rolle, die sie damals ihrer Meinung nach gar nicht ausfüllen konnte.   
„(...) Am meisten musste ich daran denken, dass ich Freddie im Stich gelassen hatte und meine Mutter im Stich gelassen hatte und dass das daran lag, dass ich eben so ein Mensch war. Wenn wieder einmal so etwas auf mich zukäme wie Krankheit oder Tod, etwas, mit dem ich fertig werden müsste, und ich sagte zu mir: Jetzt benimmt du dich wie ein Mensch und nicht wie ein Gör, ich würde es nicht schaffen. Es ist keine Frage des Willens, sondern wie man ist. Darum beschloss ich, etwas Neues zu lernen.“
Der Verlust dieser zweier Menschen führt zu einer Zäsur in ihrem Leben. Ihr wird  bewusst, dass ihr ganzer Lebensinhalt eigentlich nur aus  ihrem Beruf  besteht und auch alle ihre sozialen Kontakte nur durch die Arbeit zustanden kommen. Bisher hat sie diesen Zustand nie in Frage gestellt, im Gegenteil, sie liebt ihren Beruf und liebt es, erfolgreich und tüchtig zu sein.
Als sie der 90igjährigen in der Apotheke zufällig über den Weg läuft, fasst sie gleich Zuneigung zu der zornigen alten Dame und beginnt, sich um sie zu kümmern. Eine ungewöhnliche und schwierige Freundschaft beginnt. Der Kontrast könnte kaum größer sein zwischen der immer wie aus dem Ei gepellten „jungen Frau“ und der verwahrlosten , gebrechlichen Alten, die ihren  Alltag nicht mehr meistern kann, aber Hilfe von offizieller Seite nicht annehmen will.
Für beide ist die Freundschaft eine Bereicherung. Die alte Frau spricht immer wieder von „der besten Zeit ihres Lebens“ und die jüngere Freundin springt über ihren Schatten. Sie stellt sich der eigenen Angst vor Alter, Krankheit und Tod, in dem sie sich  mitten hinein begibt in genau diese Welt, die vorher für sie nicht existent war. Sie lebt bewusster, da sie jetzt weiß, wie schnell aus einem selbstbestimmtem Leben ein abhängiges und hilfsbedürftiges  werden kann. Und dass uns dieses Schicksal alle irgendwann einmal erwarten wird.  
Der Roman erschien 1983 zunächst unter einen Pseudonym. Ein Jahr später folgte ein zweiter Band, in dem dieselbe Heldin ihr Tagebuch weiterführt. Mit diesen Romanen wandte sich die Autorin wieder der Gegenwart und einer realistischen Erzählweise zu. In den Jahren davor hatte sie einen fünfbändigen Science-Fiction-Zyklus geschrieben. International bekannt wurde sie aber mit einem Roman aus dem Jahr 1962, der vor allem von der feministischen Seite enthusiastisch aufgenommen wurde, obwohl die Autorin sich selber nie als Feministin sah. Im Herbst diesen Jahres kann sie ihren 90. Geburtstag feiern. Ob sie nach ihrem jüngsten Werk, das 2008 auf deutsch erschien, ans Aufhören denkt? Eigentlich könnte sie sich zur Ruhe setzen, denn als Schriftstellerin hat sie alles erreicht bis hin zum großen Preis von Stockholm. 

Wie ist der Titel des wirklich beeindruckenden Romans aus dem Jahr 1983 ? Und wie lautet der Name der Autorin, deren literarisches Werk mit dem Literaturnobelpreis geehrt worden ist?

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