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Wie würden Sie sich verhalten, wenn Ihnen nur noch eine Stunde bleiben würde, bevor Sie vor den höchsten Richter treten müssten? Beten, betteln, bereuen?
Den meisten stellt sich diese Frage vermutlich nie, denn der Tod kündigt sich normalerweise nicht auf die Minute an. Gott sei Dank.
Aber sollte er sich doch mal ankündigen, dann würde man vielleicht versuchen, Zeit zu schinden, um jede Minute zu feilschen. Und wenn der Tod gnädig gestimmt ist, dann bekommt man unter Umständen noch eine Stunde Bonuszeit gewährt. Dann gilt es, diese sinnvoll zu nutzen.
 „Nur merk, vertu nit diese Frist und nütz sie klüglich als ein Christ“, sagt der Tod zu seinem nächsten Kunden und dieser versucht nun in seiner verbleibenden letzten Stunde verzweifelt einen Menschen zu finden, der diesen finalen Weg gemeinsam mit ihm geht.  Leider aber sind seine sogenannten Freunde so gar nicht bereit, ihm in seiner schweren Stunde bei zu stehen. Eben noch haben sie gemeinsam getrunken und gefeiert, aber zu diesem Zeitpunkt war der Todgeweihte noch ein erfolgreicher und wohlhabender Geschäftsmann. „So lang einer im Glück ist, der hat Freunde die Menge, doch wenn ihm das Glück den Rücken kehrt, dann verläuft sich das Gedränge“, klagt der Unglückliche, dem selbst die Geliebte auf und davon ist. Was ihm jetzt noch bleibt, sind seine Besitztümer und er beschließt, eine Truhe voller Geld mit auf seine letzte Reise zu nehmen. Aber der Inhalt der Truhe materialisiert sich als  Figur des Mammon, die äußerst gelassen auf das Anliegen des vermeintlichen Besitzers reagiert: „Ist es an dem, du musst von hier?! Ei was, na ja, gehab dich wohl“.  Klar und deutlich  vertritt der Mammon seinen Standpunkt bezüglich dieser angeblich bevorstehenden Reise:“ Bald werden dir die Sinne vergehen und mich wirst nimmer wiedersehen. War dir geliehen für irdische Täg und geh nit mit auf deinen Weg, geh nit, bleib hier, laß dich allein ganz bloß und nackt in Not und Pein. Ist alls um nichts dein Handaustrecken und hilft kein Knirschen und Zähnebläcken, fährst in die Gruben nackt und bloß, so wie du kamst aus Mutters Schoß.“
Wie heißt es doch so lapidar? Auf die letzte Reise kann man nichts mitnehmen. Was soll also diese lebenslange, verbissene Anhäufung von Geld und Besitz, wenn der Mensch an seinem Lebensende doch nur mit leeren Händen abtreten kann?
Der Autor hat für sein Drama einen uralten und immer wieder neu bearbeiteten Stoff  verwendet. Die Ladung eines Menschen vor Gottes Richtstuhl und sein Verhalten in der Todesstunde nannte er ein „allen Zeiten gehöriges und allgemeines Märchen.“ Aber er fragt auch nach dem Verhältnis des Menschen zu seinem Besitz und übt damit  Kritik am Kapitalismus. Seine Kritik orientiert  sich vor allem an der Schrift Philosophie des Geldes (1900) des Soziologen Georg Simmel. 
Uraufgeführt wurde das Theaterstück  1911 vom Deutschen Theater Berlin unter der Regie von Max Reinhardt. Seit 1920 wird es regelmäßig bei einem bekannten Sommerfestspiel aufgeführt, an dessen Gründung der Autor mit beteiligt war.                                                                             
Wie ist der Name des Autoren, der viel zur Kulturgeschichte Österreichs beigetragen hat? Und wie heißt sein bekanntes Drama, das vor allem durch  die zahlreichen Aufführungen unter freiem Himmel so populär wurde?

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