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Es heißt, Kollege William Thackeray hätte den Roman in einer Nacht gelesen, so begeistert war er. Fast 900 Seiten wollen ja erst mal gelesen sein, es spricht also durchaus für einen hohen Spannungsgrad, wenn das natürliche Schlafbedürfnis für einen so langen Zeitraum unterdrückt werden kann. Und spannend ist der Roman in jedem Fall. Der Autor hatte sich eine sehr mysteriöse Geschichte ausgedacht, voller Familiengeheimnisse und mörderischer Intrigen. Ein bisschen Schauerroman, ein bisschen Sensationsroman – beim viktorianischen Publikum war diese Mischung seinerzeit sehr beliebt. Raffiniert verarbeitete er außerdem ein Thema,  dass die Gesellschaft damals sehr bewegt haben muss. Ende der 1850igern traten mehrere Fälle an die Öffentlichkeit, in der Ärzte geistig gesunde Frauen für wahnsinnig erklärt haben sollen und diese dann unrechtmäßig in dafür vorgesehene Einrichtungen weg gesperrt wurden. Damals hießen diese Einrichtungen Sanatorien und boten wohl für manch einen die willkommene Gelegenheit, eine Person verschwinden zu lassen, ohne  sich die Hände schmutzig zu machen. Diesen bedauernswerten Frauen blieb als Ausweg oft nur die Flucht, und die mysteriöse Begegnung mit einer solchen Flüchtenden ist auch der Ausgangspunkt für diese geheimnisvolle und verwickelte Geschichte.
1860 konnte man diese in der von Charles Dickens gegründeten Zeitschrift All the Year Round  als Fortsetzungsroman lesen. Der Autor verstand es geschickt, die Spannung pro Folge immer weiter zu erhöhen, in dem er Informationen und Andeutungen wohl dosierte. Seine Erzählweise war  sehr verschachtelt. Es gab zwar einen Haupterzähler, aber der Fall wurde mit Hilfe von Briefen, Tagebuchaufzeichnungen und Augenzeugenberichte auch aus anderen Perspektiven beleuchtet. In der Tat hatte der Autor in diesem Roman schon Elemente des Detektivromans verarbeitet. Er war es auch, der ein paar Jahre später den ersten Polizeidetektiv in der englischen Literatur auf die Ermittlerbühne schickte und damit einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung des Krimigenres beisteuerte. So wesentlich, dass Dorothy Sayers 1951 eine Studie über diesen einflussreichen Autoren veröffentlichte.
Sein wohl  bekanntester Roman bietet nicht nur eine raffinierte Mischung aus Gothic Novel und Krimi, sondern auch eine Ansammlung von recht interessanten Charakteren, die sehr anschaulich und vor allem mit sehr viel Humor beschrieben werden. Ein Beispiel soll Ihnen als kleine Kostprobe nicht vorenthalten werden. Im folgenden wird die frühere Gouvernante einer der weiblichen Hauptfiguren geschildert: „(...) Manche von uns stürmen durchs Leben, und Manche trödeln hindurch – Frau Vesey saß durchs Leben. Saß früh und spät im Hause; saß im Garten; saß aufs unerwartetste in Fensternischen auf Korridoren; saß (auf einem Feldstühlchen) wenn ihre Freunde sie zu einem Spaziergang überredet hatten; setzte sich, bevor sie sich irgendetwas ansah, über irgendetwas sprach, oder auf die simpelste Frage mit Ja oder Nein antwortete (...). Eine sanfte, willfährige, eine unsäglich ruhevolle und harmlose alte Dame, die nie und unter keinen Umständen den Verdacht aufkommen ließ, dass sie seit der Stunde ihrer Geburt jemals richtig lebendig gewesen sei. Die Natur hat ja so viel in dieser Welt zu tun, und immerfort eine so große Anzahl gleichzeitig-existierender Wesen zu erzeugen, dass sie ohne Zweifel dann und wann einmal, in der Hitze des Gefechts, sich verheddert, und vorübergehend zwischen den vielen parallel-laufenden Schöpfungsvorgängen nicht mehr scharf genug unterscheidet. Diese Theorie einmal vorausgesetzt, wird es stets meine private Überzeugung bleiben, dass die Natur gerade völlig in die Erfindung neuer Kohlsorten vertieft war, als Frau Vesey entstand; und dass die gute Dame folglich zeitlebens an den Konsequenzen solcher vegetabilischen Belustigungen von Unser Aller Mutter zu laborieren hatte.“
Mehr davon? Kein Problem, der Roman ist lieferbar. Sie müssen ihn nur erst mal erraten. 
Wie heißt der Autor, der zu den populärsten Schriftstellern seiner Zeit gehörte? Und wie ist der Titel seines mysteriösen Romans, der in Deutschland erst Mitte der 1960iger Jahre wiederentdeckt wurde, nicht zuletzt durch Arno Schmidts brillante Übersetzung?

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