Er wusste, worüber er schrieb, wenn er sich in seinen Erzählungen auf die Seite der Arbeiter und sozial Benachteiligten stellte. Er, der in einer gutbürgerlichen Familie aufgewachsen war, scheute sich nicht, während seiner Studienzeit in den Semesterferien als Hilfsarbeiter auf Farmen, auf Baustellen und in Fabriken zu arbeiten. Er aß und schlief gemeinsam mit den anderen Arbeitern. Er kam mit ihnen ins Gespräch. Er hörte zu und erntete Geschichten. Auf diese wenig romantische, körperlich sehr anstrengende Weise entstand mit der Zeit eine große Materialsammlung, auf die er in vielen seiner Werke zurückgegriffen hat. Viele Figuren und Schauplätze musste er gar nicht erfinden, die eine oder andere Episode hatte er selbst erlebt. So soll ihn auch das Schicksal von zwei Wanderarbeitern zu einem seiner frühen Romane angeregt haben.
In dieser Erzählung, die er selber gerne The little book nannte, geht es um die tragische Zerstörung eines Lebenstraums. Während zwei Männer auf der Suche nach Arbeit durch das Land ziehen, träumen sie von einem besseren Leben. Dieser Traum ist ein eigenes Stück Land. Mit einem kleinen Häuschen und einem Garten. Ein bescheidener Traum, der aber für ausgebeutete und schlecht bezahlte Hilfsarbeiter schier unerreichbar scheint. Die beiden klammern ihre ganze Hoffnung an diesen Traum von Sesshaftigkeit und Selbstbestimmung. George, der sich für den geistig behinderten Lennie verantwortlich fühlt, muss für diesen den gemeinsamen Traum immer wieder wortreich ausschmücken. Wie ein Gebet, das, wenn man es nur oft genug aufsagt, schließlich erhört wird.
(...)"Erzähl vom Haus, George", bat Lennie.
"Aber ja, wir würden also ’n Häuschen für uns allein haben und eine Stube für uns. ’n kleiner runder eiserner Ofen drin, un im Winter lassen wir das Feuer nich ausgehn. Es is nich so viel Land, dass wir hart arbeiten müssten. Vielleicht sechs, oder auch sieben Stunden am Tag. Brauchten nich mehr elf Stunden am Tage Gerste laden. Und wenn wir was säen, siehste, dann wär’n wir auch da, um es zu ernten. Wir wüssten, was rauskommt, wenn wir gepflanzt haben." (...).
Als sie auf einer Farm auf einen weiteren Arbeiter treffen, der schon eine kleine Summe zusammengespart hat und anbietet, sich an diesem Traum zu beteiligen, scheint das eigene Stück Land plötzlich nicht mehr ganz so unerreichbar.
(...)"Wir würden eben dort leben. Würden dort hingehören. Brauchten nicht mehr im Land herumzutippeln und zu essen, was ein japanischer Koch gekocht hat. Nein, wir würden unser eignes Stück Land haben, wo wir hingehören, und in kein’ Schlafsaal nich schlafen."
Aber die Hoffnung wird jäh zerstört, die Geschichte endet tragisch. Dieses Buch war sehr erfolgreich und machte den Autoren endgültig zu einer bekannten Persönlichkeit. Sehr zu seinem Leidwesen, denn der Medienkult war ihm zuwider. Seiner Meinung nach hatten die Persönlichkeit und das Privatleben eines Autoren nichts mit seinen Werken zu tun.
Da er es aber auch nicht bleiben lassen konnte, weiterhin sehr gute Bücher zu schreiben, blieb ihm der Medienrummel nicht erspart. 1940 erhielt er den Pulitzer Preis und gut zwanzig Jahre später den Literaturnobelpreis.
Wie heißt der reiselustige Autor,, der mit einem Wohnmobil namens Rosinante und einer tierischen Begleitung namens Charly mehrere Monate durch seine Heimat reiste? Unt wie ist der Titel seines "Little Book"?
Lösung








