Tag: Krimi

In diesem (Früh-)Jahr verwandelt sich unsere Buchhandlung zum ersten Mal in ein Bistro: Häppchen und Getränke bilden die Grundlage für Gespräche über Bücher, das Lesen und das Leben mit Büchern. Immer wieder laden wir dazu verschiedene Gäste ein, die Ihnen ein Buch, eine Buchreihe oder einen Autor vorstellen und nebenher ein wenig aus ihrem Leben mit Büchern erzählen.
Am Freitag, 1.3.2013 um 19.30 Uhr veranstalten wir unser erstes Buch-Bistro unter dem Motto „Spannung pur“. Zu Gast sind Christine Lehmann, Krimiautorin aus Stuttgart, Cordula Schlichtig, Verlagsberaterin, Ruth Kessler, Klett-Cotta Verlag und Stefan Tennie (Thalia Buchhandlung Reutlingen). Jeder Gast stellt einen Kriminalroman oder einen Krimi-Schriftsteller vor, der ihn besonders beeindruckt hat, und gewährt außerdem ein wenig Einblick in seinen Alltag mit Büchern.
Eintritt: 15 € (incl. Speisen und Getränke). Wir bitten um Voranmeldung bis zum 26.2.2013.
Übrigens: Wenn Sie selbst Lust hätten, bei einem unserer Buch-Bistros mit zu machen, dann freuen wir uns! Melden Sie sich einfach bei uns im Laden.
Text und Bild: Susanne Martin
Januar 21, 2013

Beginnen möchte ich diesen Tipp mal mit einem Zitat auf der zweiten Seite des Buchs: „Plötzliche Todesfälle, erotische Spannung und eine okkulte Gabe. Dunkel und geheimnisvoll!“, so Amalia. Nun, Okkultismus, ja, davon konnte ich ansatzweise lesen. Die Todesfälle werden wohl eher Barbara Cartland-Fans als plötzlich bezeichnen, aber die werden wiederum mehr Erotik gewohnt sein als in Amanda Hellbergs Abschiedskuss zu finden ist.
Warum so ein Buch, frage ich mich? Wenn sich die Autorin schon nicht entscheiden kann, einen Mädchenroman oder einen Krimi zu schreiben, kommt genauso das dabei raus. Als Leser wusste ich nie, was ich da nun grade lese. Und auch der Verlag stochert folglich im Nebel zwischen „Roman“ und „Spitzenspannung“ (letzteres sinnigerweise auf der Rückseite, die die Autorin im Elfenkleid im Winter sitzend zeigt…). Zumal Hellberg in meinen Augen zumindest hier nicht die sprachlichen Mittel hat, um den Leser bei der Stange zu halten. Verliert sich stattdessen wortreich in Details, die ohne Relevanz für die Handlung sind und keine Rückschlüsse auf die Personen erlauben und einfach nur überflüssig sind.
Um was geht´s beim Abschiedskuss? Die junge Maja Gra reist nach England, um in Oxford zu studieren und um in Brighton mehr über ihre tote Mutter zu erfahren. Sie bewegt sich fortan zwischen merkwürdigen Kommilitonen und merkwürdigen Inspektoren. Weil sie etwas okkulter, etwas anders eben veranlagt ist als die anderen, klappt´s im Studium trotz mangelndem Eifer recht leidlich und nebenbei auch noch mit den Hintergründen, die zum Tod ihrer Mutter führten.
Also, muss man definitiv nicht gelesen haben. Greifen wir noch mal die zweite Seite des Buchs auf: Wenn, wie dort zu lesen ist, Hellberg als „nächste große skandinavische Krimiautorin gefeiert“ wird, dann fürchte ich, das mit „Dunkel und geheimnisvoll!“ Schwedens Zukunft als Heimat großartiger Krimiautoren gemeint ist. Dann möchte ich mal Larsson und Marklund, Nesser und Adler-Olsen ganz dringend ein gutes Händchen wünschen…
Thomas Wolter
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Das Buch in der Schiller Buchhandlung bestellen
Januar 14, 2013

Sowohl “Wer das Schweigen bricht”, für das sie mit dem deutschen Krimipreis 2012 ausgezeichnet wurde als auch “Der Geiger”, ihr im Sommer 2012 erschienener neuer Roman hatten mich beeindruckt. Und so waren ich und mein Team sowie das Orga-Team von Kultur² sehr gespannt, wie sich die Begegnung mit Mechtild Borrmann gestalten würde.
Wie immer war der Saal im Bürgerhaus Lauchhau-Lauchäcker stimmungsvoll dekoriert, als ich mit der Autorin eintraf und als die Lesung begann, fesselte sie ihre zahlreich erschienen Zuhörerinnen und Zuhörer schnell und entführte sie in die Sowjetunion des Stalinismus und in die Bundesrepublik der Gegenwart. Schon in der Pause, als sich die BesucherInnen mit Häppchen und Getränken stärkten, wurden die ersten Bücher signiert und Gespräche über das Buch geführt.
Im Anschluss an die Lesung entspann sich eine lebhafte Fragerunde, in der wir noch viel darüber erfuhren, wie Mechtild Borrmann zur Schriftstellerin wurde (Korsika im Januar auf einem Campingplatz kann sehr einsam sein – da bleibt einer kaum was anderes übrig als zu schreiben), wie sorgfältig sie ihre Bücher vorbereitet (ganz klassisch mit Korkplatte, auf der die Personen und Handlungsfäden visualisiert werden) oder wie es zum Cover beim preisgekrönten Krimi kam. Dass es das Leben einer Schriftstellerin natürlich verändert, wenn sie einen so prestigeträchtigen Preis wie den Deutschen Krimipreis bekommt, konnten sich alle gut vorstellen, daß Mechtild Borrmann dabei eine sympathische, offene Person mit viel Humor geblieben ist, das machte diesen Abend zu einem ganz besonderen!
Text: Susanne Martin, Bild: Peter Kungl
November 22, 2012

Am 17.6.2012 stellte Tatjana Kruse vor knapp 50 Gästen ihren neuen Kriminalroman “Finger, Hut und Teufelsbrut” im Maulwurf Kneipe und Bar vor. Ihre Krimis um den stickenden Exkriminalkommissar Siegfried Seifferheld aus Schwäbisch Hall zeichnen sich vor allem durch Witz und ein leicht skurriles Handlungspersonal aus. Dementsprechend ging es auch nicht sehr blutig zu, sondern eher humorvoll, als wir einige der Hauptpersonen näher kennenlernten. Und mit dem Vorurteil, daß es keine stickenden Männer außer Siegfried Seifferheld gäbe, räumte Tatjana Kruse gleich zu Beginn auf, denn immer wieder outen sich ihr gegenüber Männer mit diesem Hobby.

Daß auch in Vaihingen gerne gestickt wird oder vielleicht besser: Daß auch in Vaihingen viele in ihrer Jugend zum Sticken angeleitet wurden, das zeigten die zahlreich mitgebrachten Handarbeiten, die den Gästen, die sie mitbrachten, zum halben Eintrittspreis verhalfen und die von vielen bewundert wurden. Ein Gast erschien sogar im einst von der Mutter gestickten Kleid!
Alle Objekte können Sie auf unserer Facebookseite oder in unserer Bildergalerie auf Pinterest bewundern.
Text und Bilder: Susanne Martin
Juni 18, 2012

Erinnern Sie sich noch? Das war am 7. Oktober 1998 in Stuttgart-Vaihingen. Donna Leon hatte gerade ihren 6. Kriminalroman “Sanft entschlafen” vorgestellt und signierte geduldig die am Büchertisch erworbenen Bücher. 250 Gäste waren begeistert vom charmanten, humorvollen Auftreten der amerikanischen Bestsellerautorin und für mich war dieser Abend ein absolutes Highlight in meinem langen Buchhändlerleben.
Als wir nun vom Diogenes Verlag eine Einladung zu einem Auftritt von Donna Leon in der Alten Reithalle erhielten, war es keine Frage, daß wir uns das nicht entgehen lassen wollten, auch wegen des besonderen Ambiente des Veranstaltungsraumes. Und so machten sich vier Schillerfrauen auf in die Stadt um zu prüfen, ob wir Donna Leon 14 Brunettifälle später noch wiedererkennen würden.

Und wir wurden nicht enttäuscht: Wir erlebten eine Autorin, die zwar ein paar graue Haare mehr hatte als damals, die aber mit Thea Dorn ebenso charmant, und humorvoll über 20 Jahre Commissario Brunetti, Venedig und Italien plauderte wie vor 14 Jahren mit uns. Barbara Stoll las 2 Kapitel aus dem neuen Buch “Reiches Erbe”.
Was uns vorher gar nicht so klar gewesen war: Wir waren in die Aufzeichnung der Sendung “Literatur im Foyer” geraten und zwar gleich in eine Doppelfolge! Denn nachdem es in der ersten Gesprächsrunde vor allem um die Kriminalromane von Donna Leon ging, stieß im zweiten Teil der Veranstaltung der Journalist Dirk Schümer zu den beiden Frauen auf der Bühne und man sprach über Donna Leons große Leidenschaft, die Musik von Georg Friedrich Händel. Sie hat nicht nur ein Buch über Tiere in Händels Opern geschrieben, sondern sie investiert die Honorare aus ihren Büchern in die Zusammenarbeit mit zwei Orchestern und für Reisen zu den diversen Händelfestivals in Europa. Als Thea Dorn sich als “Wagnerianerin” outete schüttelten die überzeugten “Händelianer” Leon und Schümer nur missbilligend den Kopf. Die musikalischen Beiträge (4 Arien aus Händelopern und eine Arie von Vivaldi), dargeboten von Mitgliedern des Stuttgarter Opernensembles brachten dem Publikum die Musik des großen Kompnisten nahe.
Neben dem sehr unterhaltsamen Gespräch war es für uns auch sehr faszinierend, einmal live zu erleben, wie das so geht bei einer Fernsehaufzeichnung: Applaus nach dem Signal der Aufnahmeleiterin (erstes kräftiges Klatschen), eine Kamera, die uns immer wieder den Blick auf Donna Leons Rücken verstellte (zum Glück stand direkt neben uns ein Bildschirm) und die Bitte, zur Pause nicht sofort aufzustehen, sondern auf ein entsprechendes Zeichen zu warten. Ach ja und zuhören taten wir mit Kopfhörern, denn Saalmikrofone hätten zu Rückkopplungen geführt.

Am Ende des Abends bot sich uns das gleiche Bild wie vor 14 Jahren: Eine lange Schlange vor dem Tisch einer Autorin, die geduldig ihre Signatur in die vorgelegten Bücher setzte und sich bei jedem Besucher mit “Thanks for coming” bedankte.
Danke an den Diogenes Verlag, der uns diesen Abend ermöglichte!
Die beiden Sendungen werden übrigens am 14.6. 2012 und 24.6. 2012 jeweils um 23.45 Uhr im SWR Fernsehen ausgestrahlt. Wenn Sie an diesen Terminen keine Zeit haben, können Sie die Folgen in der Mediathek nachschauen.
Text: Susanne Martin, Bilder: Rolf Albrecht und Susanne Martin
Juni 7, 2012

Mein Fazit vorab: Wer die Polarnacht und Aki Kaurismäki mag, wer als Pessimist mit absoluter Ausweglosigkeit kein Problem, sondern einen treuen Begleiter hat, wer also mit Schopenhauer der Meinung ist, alles Leben sei Leiden, dem sei Leinos Roman wirklich empfohlen. Allen anderen sei gesagt, dass sie schon sehr viel Interesse an Literatur aufbringen müssen, um sich „In die Falle“ zu begeben und da erst am Ende wieder rauszukommen.
Womit haben wir es zu tun? Mit einem tiefschwarzen Kriminalroman, voller überraschender Wendungen und immer wieder unglaublich komisch, wie es der Einband vorgibt? In meinen Augen eher mit einer Ansammlung saufender Finnen und skrupelloser Russen (woher kennt man diese simplen Bilder nur?). Mit Drogenschmuggel und Drogenkonsum, was ja auch nicht eben neu ist. Mit miesen Kleinkriminellen, die an noch mieseren Kriminellen scheitern, die wiederum auf noch weitaus miesere Großkriminelle treffen, die dann… Also mit einer geschlossenen Spirale der Gewalt: je höher die kriminellen Kreise, desto brutaler und verschlagener die Akteure. Keine wirklich überraschende Wendung…
„In der Falle“ heißt bei Leino, dass es immer noch einen größeren Raubfisch gibt, der den nächst kleineren frisst. Dass der vermeintliche Silberstreif am Horizont entweder nur ein gefährliches Elmsfeuer oder ein harmloses Polarleuchten ist. Dass es verkrachte, bedauernswerte Existenzen nicht nur bei den Bösen, sondern auch bei den Guten gibt. Aber, so frage ich mich, ist es das, was der Autor seinen Lesern vermitteln will? Was war der Impetus, was ist die Botschaft? Die Welt ist schlecht und du kannst nichts dagegen tun?
An Leinos sprachlichen Gewandtheit liegt es sicher nicht, wenn ich auf diese Frage keine Antwort gefunden habe. Eher wird es an mir liegen, wenn ich “In der Falle“ nicht als modernes Stück über kausalen Determinismus verstehe oder diesem Buch auch nicht Nietzsches autoritäre Ethik zu Grunde legen will. Vielleicht bin ich auch zuwenig Finne. Wie auch immer, keine Empfehlung von mir.
Thomas Wolter
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Mai 7, 2012

Ein weiteres Erstlingswerk liegt gelesen vor mir, „Totenpfad“ von Elly Griffiths. Die Kurzbeschreibung lässt hoffen, dass es eine gute Premiere werden könnte. Warum? Mit der forensischen Archaeologin Dr. Ruth Galloway schafft Griffith eine Figur mit viel Potential für spannende Krimis, mit reichlich viel Möglichkeiten für Stoff zwischen Vergangenem und Gegenwärtigem. Und der Ort der Handlung, das urwüchsige und naturbelassene Norfolk im Osten Englands mit Felsenküsten und Salzmarschen, bietet mit seiner reichen Historie ebenso bestes Potential für düstere Thriller.
Dort verschwand vor zehn Jahren die kleine Lucy spurlos. Briefe eines offensichtlichen Psychopathen bestärken Detective Chief Inspector Harry Nelson in seiner Überzeugung, dass sie nicht ermordet wurde. Zu einem Knochenfund zieht er Dr. Ruth Galloway hinzu, die zunächst nur bestätigen kann, dass der Fund mehrere tausend Jahre alt ist. Als aber noch ein weiteres Mädchen spurlos verschwindet, wird sie immer mehr in beide Fälle involviert, durch Nelsons beharrliche Suche, aber auch angetrieben durch die Erinnerung an eigene Ausgrabungen von zehn Jahren.
Leider kann Griffith diese Möglichkeiten nicht nutzen, um intensive Spannung zu erzeugen. Die sprachlichen und stilistischen Mittel hat sie ohne Frage, die detailreichen Naturbeschreibungen, verständlich wiedergegebene archäologische Fakten beweisen dies auch in deutscher Übersetzung. Dennoch täuschen sie nicht über dramaturgische Schwächen der Handlung hinweg. Geübten Krimilesern kommt schon recht früh ein Verdacht, der sich dann auch erhärtet. Unklar bleiben die Beweggründe des Täters, die Griffiths zu kurz und ohne klares Konzept abhandelt. Auch die Figur der Dr. Ruth Galloway bleibt blass, trotz redlicher Mühen der Autorin, ihr Profil und Eigenständigkeit zu verleihen; ihre Mühen wirken bruchstückhaft und konstruiert.
Für mich ein widersprüchliches Buch – trotz starker Sprache schwache Spannung, trotz knorriger Landschaften simple Handlung. Den Zitaten zufolge schreibt Griffiths schon am zweiten Band. Hoffentlich wird der besser.
Thomas Wolter
Wenn Sie anderer (oder derselben) Meinung sind, freuen wir uns auf Ihren Kommentar.
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April 5, 2012

Lesen Sie gerne Kriminalromane, in denen es nicht ganz so blutrünstig zugeht, sondern in denen man auch noch ein wenig von einem Land oder Landstrich mitbekommt? Dann versuchen Sie es doch mal mit “Bretonische Verhältnisse”. Wie der Titel schon sagt, spielt dieser Krimi in der Bretagne und Sie lernen nicht nur einen schönen Landstrich und seine (Kunst)Geschichte kennen, sondern auch einen eigenwilligen Kommissar, der viel zu viel Kaffee trinkt und Pinguine liebt.
Ich habe dieses Buch für die Krimikiste rezensiert. Sie können diese Besprechung hier anhören.
Eine Bestellmöglichkeit sowie eine kürzere Besprecheung finden Sie hier.
Auch der hessische Rundfunk hat das Buch besprochen. Sie können die Rezension hier nachlesen.
Susanne Martin
März 27, 2012

Der Deutsche Krimipreis für den besten deutschsprachigen Roman ging dieses Jahr an Mechtild Borrmann. Zu Recht wie ich finde!
Die Autorin hat mehr als einen Krimi geschrieben. Sie erzählt eine Geschichte darüber, wie kleine, alltägliche Entscheidungen Ereignisse nach sich ziehen, die niemand wollte.
Eine Besprechung und Bestellmöglichkeit finden Sie hier
Außerdem habe ich das Buch für die Krimikiste rezensiert. Sie können die Besprechung hier anhören
Eine weitere Rezension und ein Interview mit Mechtild Borrmann finden Sie hier
Susanne Martin
Januar 27, 2012

Der Kriminalroman “Faule Kredite” widemt sich einem aktuellen Thema: Der Griechenlandkrise. Kommissar Charitos muss 4 Morde aufklären, die eindeutig im Zusammenhang mit der griechischen Finanzkrise stehen.
Dieser Kriminalroman ist spannend, aktuell und gibt uns Leserinnen und Lesern einen sehr guten Einblick in das von finanziellen Problemen gebeutelte Land.
Ein schönes Video, in dem auch der Autor zu Wort kommt, können Sie auf dem SWR Nachtkultur – Kanal anschauen Auch wenn es schon im Sommer 2011 entstanden ist, hat es nichts von seiner Aktualität verloren.
Das Buch in der Schiler Buchhandlung bestellen
Susanne Martin
Januar 22, 2012
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